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Unfall bei Bayreuther „Walküre“: „Wotan“-Sänger wird ersetzt

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„Die Walküre“
Tomasz Konieczny (l-r, Wotan), Georg Zeppenfeld (Hunding) und Christa Mayer (Fricka) während der Bayreuther Festspiele 2022. © Enrico Nawrath/Festspiele Bayreuth/dpa

Bei der Bayreuther Premiere der „Walküre“ hat „Wotan“-Sänger Tomasz Konieczny sich am Montagabend so schwer verletzt, dass er nicht weitersingen konnte. Für ihn sprang im dritten Akt der Richard-Wagner-Oper kurzfristig Michael Kupfer-Radecky ein. Konieczny hatte sich die Verletzung im zweiten Akt zugezogen, als er sich in einen Sessel fallen ließ, dessen Rückenlehne daraufhin abbrach.

Bayreuth - Von seiner Verletzung zu merken war zunächst nichts. Er brachte den zweiten Akt professionell zu Ende.

Doch nach der Pause kehrte er nicht auf die Bühne zurück. Der Pressesprecher der Bayreuther Festspiele, Hubertus Herrmann, trat vor Beginn des dritten Aufzugs vor den Vorhang und informierte die Zuschauer über die kurzfristige Umbesetzung.

Die „Wotan“-Partie in der diesjährigen Neuproduktion des „Ring des Nibelungen“ bringt den Festspielen kein Glück: Kupfer-Radecky ist schon der fünfte Göttervater der Produktion. Ursprünglich war Günther Groissböck dafür vorgesehen, er hatte aber schon im vergangenen Jahr abgesagt.

Sänger John Lundgren, der ihn ersetzten sollte, sagte dann im Juni dieses Jahres ab. „Aus persönlichen Gründen“ sei es Lundgren nicht möglich, „für die intensive und für die Neuproduktion notwendige Probenarbeit in Bayreuth zur Verfügung zu stehen“, teilten die Festspiele damals mit. Für Lundgren sprang dann Egils Silins im ersten „Ring“-Teil „Rheingold“ ein. Für die „Walküre“ und den „Siegfried“ war Konieczny in der Rolle vorgesehen. Ob er am Mittwoch im „Siegfried“, dem dritten der vier „Ring“-Teile, auftreten kann, war zunächst unklar.

Nicht nur die „Wotan“-Umbesetzungen machen es „Ring“-Regisseur Valentin Schwarz in diesem Jahr personell schwer. Auch Dirigent Pietari Inkinen musste wegen einer Corona-Erkrankung kurz vor der Premiere das Handtuch werfen. Für ihn übernahm Cornelius Meister.

Der „Wotan“-Vorfall ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass eine kaputte Sitzgelegenheit bei den Bayreuther Festspielen Schlagzeilen macht: 2015 brach in der Pause ein Stuhl unter der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Berichte über einen angeblichen Schwächeanfall machten die Runde, die aber schnell dementiert wurden. dpa

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