Umstellung ist teuer 

Laufställe für Kühe: Bauernpräsident fordert mehr Zeit 

München - Laufställe sollen eine tiergerechte Rinderhaltung gewährleisten. Doch nicht jeder Landwirt hat das Geld für einen Neubau. Nun fordert der bayerische Bauernpräsident mehr Zeit für die Umstellung. 

Ein zu rascher Umstieg bei der Haltung von Milchkühen, davor warnt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. Seit kurzem sind die Landwirte aufgefordert, die Rinder tiergerecht zu halten. In Laufställen sollen sie nicht mehr angebunden sein, sondern frei herumlaufen können. 

Doch nicht jeder Landwirt habe bereits einen solchen Stall, sagt Heidl, und ein Neubau sei teuer. Für die unter der Milchkrise leidenden Bauern oft zu viel Geld, um noch rentabel zu sein. Deshalb müssten manche Betriebe aufgeben, überleben könnten nur noch die größeren Landwirtschaftsbetriebe. 

Der Bauernpräsident fordert deswegen jetzt Zwischenlösungen. „Wir müssen vor allem den kleineren Betrieben Zeit geben, nicht jeder Bauer mit Milchvieh kann sofort einen Laufstall bauen.“ Leichter umsetzbar seien etwa verbesserte Bedingungen bei der Anbindehaltung.

In Bayern gibt es derzeit rund 32 000 Milchbauern. Nur knapp acht Prozent der Betriebe haben laut Heidl die Möglichkeit, im Sommer die Tiere auf die Weide zu bringen. Ein Drittel der bayerischen Kühe wird noch ganzjährig angebunden.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © fkn

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