Fahrer war sich keiner Schuld bewusst

Retter fassungslos: Lkw fährt in Rettungsgasse - Helfer müssen zu Fuß zur Unfallstelle

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Nach einem Unfall auf der A3 bildete sich ein langer Stau. Eine Rettungsgasse wurde aber nicht ordnungsgemäß gebildet. (Symbolbild)

Bei einem Unfall auf der A3 am Dienstag mussten Rettungskräfte zu Fuß zur Unfallstelle laufen. Was einem Lkw-Fahrer in den Sinn kam - war unfassbar.

Würzburg - Mehrere Rettungsfahrzeuge des BRK, der Malteser und Johanniter mussten am Dienstag zu einem Einsatz auf der A3 anrücken. Ein schwerer Unfall mit sieben verletzten Personen ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Würzburg/Heidingsfeld und Würzburg/Randersacker. Doch es gab ein großes Problem: Die Rettungsfahrzeuge kamen nicht zur Unfallstelle, da keine Rettungsgasse gebildet wurde. 

Unfall auf A3 bei Würzburg: Keine Rettungsgasse gebildet - Helfer müssen zu Fuß zur Unfallstelle

Jens-Uwe Greiner, Leiter des Sachgebiets Einsatzdienste beim BRK berichtet gegenüber mainpost.de: „Zwar haben sich viele Autofahrer bemüht, eine Gasse zu bilden. Doch einige Fahrzeuglenker sind nicht auf Seite gefahren und haben die Gasse blockiert.“ Mehrere Gespanne die auf der mittleren Spur unterwegs waren, verkeilten sich bei dem Versuch die Fahrbahn zu befreien. 

Die Rettungshelfer hatten keinerlei Möglichkeit die Unfallstelle mit den Fahrzeugen zu erreichen. Also waren sie gezwungen diese stehenzulassen und mit voller Ausrüstung und bei über 30 Grad Hitze zur rund 300 Meter entfernten Unfallstelle zu laufen. 

Dabei forderten die Helfer, Fahrzeugführer auf, eine Rettungsgasse zu bilden. Greiner: „Auch psychisch ist das für die Kameraden eine schwere Belastung, zu wissen, dass Verletzte dringend auf Hilfe warten, aber man kommt nicht hin.“ 

Unfall auf A3 bei Würzburg: Lkw-Fahrer quetscht sich durch enge Rettungsgasse und bleibt stecken

Dann passierte das Unfassbare. Ein Fahrer eines 38-Tonnen-Lkws nutzte die Gelegenheit und fuhr durch die Rettungsgasse. Dadurch blockierte er nicht nur die Gasse, er blockierte auch den Weg für die Rettungsfahrzeuge und blieb dabei auch noch stecken. Die Einsatzkräfte, die eigentlich für die Unfallaufnahme zuständig waren, mussten den Lkw-Fahrer in einen Baustellenbereich lotsen. Der Belgier musste auf die Toilette und zeigte auch keine Einsicht. Er begab sich dann trotzdem zu Fuß zur Rastanlage, wie die Polizei auf Facebook berichtet.

Keine Rettungsgasse bei Unfall auf A3 

Das BRK erinnert deshalb nochmals nachdrücklich an die Rettungsgasse. Es besteht die Pflicht, bei leicht stauendem Verkehr eine Gasse zu bilden. 

Da die Einsatzkräfte stundenlang unter schwersten Bedienungen arbeiten mussten, wurde im weiteren Verlauf noch die Schnelleinsatzgruppe Betreuung angefordert, um die Helfer mit Getränken und Snacks zu versorgen.

Bei dem Unfall auf der A3 am Dienstag wurde ein Kind schwer verletzt. Ein Lkw durchbrach dabei eine Mittelleitplanke.

Zum Ferienstart in Bayern droht ein Chaos auf Bayern-Autobahnen.

In Dortmund hat ein Audi-Fahrer in einer Rettungsgasse gewendet - ein Feuerwehr-Sprecher dokumentierte den Vorfall mit einem Foto.

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