13-Jährige entdeckte Grabstein ihres toten Opas

Echte Grabsteine dürfen vor „Horror-Haus“ bleiben

Schock im Freizeitland Geiselwind: Der Betreiber stellte echte Grabsteine vor das „Horror-Haus“. Strafrechtlich relevant war daran nur ein Detail.

Würzburg - Für einen gelungenen Gruseleffekt hat ein fränkischer Freizeitpark-Betreiber im vergangenen Sommer echte Grabsteine vor sein „Horrorhaus“ gestellt. 

Weil er allerdings zuvor die Inschriften nicht entfernt hatte, wurde gegen den Mann wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ermittelt. Nun hat die Staatsanwaltschaft diese Ermittlungen abgeschlossen. „Der Fall ist zur Prüfung an das zuständige Amtsgericht übergeben worden“, sagte Sprecher Thorsten Seebach der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Mädchen erkennt Grabstein ihres toten Opas wieder

Die Ermittlungen wurden ausgelöst, nachdem eine 13-Jährige aus dem oberfränkischen Landkreis Lichtenfels den Grabstein ihres 1996 verstorbenen Opas im Freizeit-Land Geiselwind (Landkreis Kitzingen) entdeckt hatte. Ursprünglich hatte dessen Witwe den Grabstein zur fachgerechten Entsorgung an einen Steinmetz übergeben.

Dieser hatte den Stein und sieben andere stattdessen an den Freizeitpark-Betreiber verkauft. Dieses Verhalten sei sicherlich nicht korrekt gewesen, aber nicht strafrechtlich relevant. „So einen Fall haben wir selten“, sagte Seebach dazu.

Inschriften mussten entfernt werden

Die acht echten Grabsteine stehen nach wie vor in dem Freizeitpark - auf Anordnung der Staatsanwaltschaft mittlerweile aber mit unkenntlich gemachten Inschriften. In einem zweiten Fall konnten die Ermittler die Angehörigen ebenfalls ausfindig machen; diese stellten der Staatsanwaltschaft zufolge jedoch keinen Strafantrag.

Für die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ist eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe möglich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Armin Weigel (Symbolbild)

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