850 Reisende im ICE gefangen

Zugausfälle im Würzburger Bahnhof: Grund für Oberleitungsstörung gefunden

Wegen einer gerissenen Oberleitung ist der Zugverkehr am Würzburger Hauptbahnhof am späten Sonntagnachmittag eingestellt worden. Nun steht der Auslöser fest

Update Montag, 25. Juni, 14.15 Uhr

Eine Taube war möglicherweise schuld am stundenlangen Stillstand mehrerer Züge im Würzburger Bahnhof. Am Sonntag konnten mehrere Züge wegen einer gerissenen Oberleitung nicht mehr weiterfahren. „Es sind Überreste einer Taube im Stromabnehmer eines ICEs gefunden worden“, sagte ein Bahnsprecher am Montag. Das Tier habe sehr wahrscheinlich einen Kurzschluss ausgelöst, der dann wiederum die Oberleitung aufgrund der großen Energie beschädigt habe.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Verspätungen seien indes massiv gewesen. „Sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr hatten wir bis Mitternacht mit den Folgen dieser Störung zu tun“, so der Sprecher weiter. Es kam zu Zugausfällen, einige Züge kehrten noch vor Würzburg wieder um.

Die gerissene Oberleitung, die 15 000 Volt führt, war auf einen ICE und den Bahnsteig gefallen. Für die im Zug wartenden Fahrgäste habe keine Gefahr bestanden. Die Züge sind wie Autos auch sogenannte Faradaysche Käfige. Das heißt, die elektrische Ladung eines Strom- oder Blitzschlags verteilt sich auf dem Metallkäfig und dringt nicht in den Innenraum ein. Die Bahnsteige wurden schnell abgeriegelt. Die 850 Reisenden in dem ICE durften zunächst nicht aussteigen. Sie mussten etwa eine Stunde in dem Zug ausharren.

Update Sonntag, 24. Juni, 19.39 Uhr: Aufgrund des Oberleitungsschadens im Bereich Würzburg kommt es weiterhin zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Der Zugverkehr auf den Strecken Würzburg – Stuttgart, Würzburg - Gemünden - Aschaffenburg und Würzburg - Bamberg wurde wieder aufgenommen.

Zugverkehr am Würzburger Hauptbahnhof eingestellt

Würzburg - Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, war kurz nach 17.00 Uhr die Oberleitung gerissen, als ein ICE im Bahnhof stand. Sie sei auf den Schnellzug gefallen und Teile auf den Bahnsteig. Dieser musste daraufhin evakuiert werden.

„In der Oberleitung können sich auch nach dem Reißen noch gefährliche Restströme befinden, darum muss sie vor der Bergung erst geerdet werden“, sagte der Sprecher. Die 850 Reisenden in dem ICE durften deshalb zunächst nicht aussteigen. Mehrere Fernzüge aus und in Richtung Hamburg, Nürnberg, München und Frankfurt sind den Angaben nach von der Oberleitungsstörung betroffen. Sie sollten umgeleitet werden. Wann die Strecke am wichtigen ICE-Knotenpunkt in Unterfranken freigegeben wird, stand am frühen Abend noch nicht fest.

dpa

Rubriklistenbild: © Twitter(Peter Kuhn

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