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Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen neue verdächtige Person

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Bahnstrecke nach Zugunglück noch gesperrt
Mehrere Waggons des verunfallten Regionalzuges steht nahe an der Unfallstelle. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Die Staatsanwaltschaft hat den Kreis der Beschuldigten nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen um eine Person erweitert und schürt damit Befürchtungen bei der GDL weiter an.

Garmisch-Partenkirchen - Die Staatsanwaltschaft München II hat nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen die Ermittlungen auf eine vierte Person ausgeweitet. Damit werde nun gegen insgesamt vier Mitarbeiter der Deutschen Bahn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem vierten Beschuldigten handele es sich um einen Fahrdienstleiter. Damit sind nun zwei Fahrdienstleiter im Visier der Ermittler.

Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen: Neue Ermittlungen gegen weiteren Fahrdienstleiter

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am 3. Juni kurz nach der Abfahrt entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region starben. 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht.

Das Ermittlungsverfahren bedeute nicht, dass die Beschuldigten tatsächlich eine Mitschuld treffen und Anklage erhoben werde - es könne auch zu einer Einstellung des Verfahrens kommen, erläuterte die Anklagebehörde. Dennoch schürt die Nachricht genau die Ängste, die die GDL vor Kurzem gegenüber unserer Redaktion geäußert hat, nämlich, dass es am Ende „Bauernopfer“ treffen werde und nicht die eigentlich Verantwortlichen für das Zugunglück, die die GDL an anderer Stelle vermutet.

Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen: „80 bis maximal 100 Millionen Euro“ für Instandhaltung und Sanierung

Die Strecke der Werdenfelsbahn gilt als marode, nach dem Unfall wurden etliche Langsamfahrstellen angeordnet. Immerhin gebe es jetzt Hoffnung auf eine Generalsanierung, sagte der FW-Fraktionschef im Landtag, Florian Streibl. Er will erfahren haben, dass Bahnchef Richard Lutz „von 80 bis maximal 100 Millionen Euro“ für Instandhaltung und Sanierung zugesagt hat.

Soweit will Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) nicht gehen. Aber er bestätigt, dass Lutz zugesichert habe, das Thema Instandhaltung zur Chefsache zu erklären. „Wir brauchen hier stabile Verhältnisse, und ich werde mit Nachdruck beobachten, ob das auch wirklich in unserem Sinne umgesetzt wird“, erklärte Bernreiter.

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