Harte Szenen

„Once upon a Time in Hollywood“: Spoiler! So irre endet der neue Quentin Tarantino

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Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) sind die Protagonisten von „Once Upon a Time in Hollywood“.

„Once upon a Time in Hollywood“: Vorsicht, Spoiler! So irre endet der neue Film von Quentin Tarantino. Und wir bieten eine Kino-Kritik.

Vorsicht, Spoiler! In „Once Upon a Time in Hollywood“ ändert Quentin Tarantino den Lauf der Geschichte

Achtung! Falls Sie sich von „Once Upon a Time in Hollywood“ überraschen lassen möchten, dann sollten Sie an dieser Stelle NICHT weiterlesen! Quentin Tarantino ändert in seinem neuen Film - wie schon in „Inglorious Basterds“, als er Adolf Hitler killte - den Lauf der Geschichte!

Letzte Spoiler-Warnung! 

Viele Seiten wie die renommierte Kino- und Film-Seite „Screenrant“ beschreiben, wie der Film endet, der im Prinzip eine Liebeserklärung Quentin Tarantinos an das Los Angeles und Hollywood der 1960er Jahre, an das Serial-TV und Westernkino ist. Zudem geistern auf Youtube bereits entsprechende Spoiler-Videos herum.

Die Handlung von „Once upon a Time in Hollywood“ dreht sich sowohl um das Ende der „Goldenen Ära“ Hollywoods, als auch um die Morde der „Manson Family“ an fünf Menschen, darunter die schwangere Schauspielerin Sharon Tate.

Die Morde spielten sich in der Realität am 9. August 1969 in einem Haus am Cielo Drive in Los Angeles ab, das Tate und ihr Ehemann, der Regisseur Roman Polanski, gemietet hatten. Kurz nach Mitternacht wurden Tate und vier Gäste, die gerade eine Party feierten, von Susan Atkins, Charles Watson und Patricia Krenwinkel überfallen. Die Mitglieder der „Manson Family“ waren in das Haus eingedrungen. Linda Kasabian, ein weiteres Mitglied der „Manson Family“ fuhr den Fluchtwagen.

Okay, allerletzte Spoiler-Warnung zu „Once upon a Time in Hollywood“! Okay, wir haben Sie gewarnt!

Kino-Trailer: "Once upon a time in ... Hollywood"

  • In „Once Upon a Time in Hollywood“ laufen die Ereignisse in der Nacht des 9. August 1969 anders ab. Die Mitglieder der „Manson Family“ - allesamt aufgehetzte und blutrünstige Hippies - fahren vor das Haus am Cielo Drive. Nebenan kehren gerade Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und dessen Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt) von einem Besäufnis heim. Rick Dalton ist im Tarantino-Film der Nachbar von Sharon Tate und Roman Polanski.
  • Schauspieler Rick, der generell ein Problem mit Hippies hat, sieht die blutrünstigen Blumenkinder im Auto, rennt auf den Wagen zu, beschimpft die Mitglieder der „Manson Family“ und fordert sie auf, zu verschwinden. Was diese auch machen. Stuntman Cliff führt derweil Ricks Pitbull „Brandy“ Gassi.
  • Die Mitglieder der „Manson Family“ realisieren, dass sie soeben von dem Star der ehemals sehr populären Western-TV-Serie „Bounty Law“ angegangen wurden. Daraufhin ändern sie ihre Mord-Absichten. Ihr perfider Plan, war ja ohnehin, reiche, weiße Menschen umzubringen und dadurch einen Rassenkrieg anzuzetteln. Nun wollen sie Hollywood-Star Rick Dalton - ebenfalls ein reicher weißer Mann - ermorden. Ein Mitglied der „Manson Family“ meint: Sie kehren jetzt zurück an den Cielo Drive und bringen den Typen aus dem Fernsehen um, weil das Fernsehen sie - durch TV-Gewalt wie in Ricks Western-Serie - einst das Töten gelehrt hat.
  • Drei Mitglieder der „Manson Family“ schleichen zu Ricks Haus. Die Fahrerin des Fluchtwagens verliert die Nerven. Sie will doch keinen Mord begehen und fährt davon.
  • In Ricks Haus ist Stuntman Cliff derweil mit dem Pitbull vom Gassigehen zurückgekehrt und hat eine Drogen-Zigarette geraucht. Er ist total High, nascht im Drogen-Rausch eine Dose Hundefutter, will mit Rick weiter Party machen und dreht die Stereoanlage auf. 
  • Das erzürnt Ricks italienische Frau Francesca. Hier ein kurzer Einschub: Rick verbrachte die vergangenen Monate in Italien, wo er Spaghetti-Western dreht und Francesca heiratete. Als Francesca wütend aus dem Schlafzimmer rennt und Ricks Kumpel Cliff wegen der Lärmbelästigung zusammenscheißt, dringen die Mitglieder der „Manson Family“ - zwei Frauen und ein Mann - ins Haus ein.
  • Wie bei dem Tate-Mord schreit einer der Manson-Killer:  „Ich bin der Teufel und ich bin hier, um die Arbeit des Teufels zu erledigen.“ Dann bekommen die Manson-Killer ihr Fett weg!
  • Einer Frau fliegt die Dose Hundefutter ins Gesicht, aus der Cliff genascht hatte. Was die Killer nicht wissen: Cliff war ein Green Beret, ein Mitglied der US Army-Spezialeinheit United States Army Special Forces, der während des Zweiten Weltkriegs viele Menschen im Nahkampf getötet habe. Noch immer ist er ein Meister des Nahkampfes.  
  • Was die Mitglieder der „Manson Family“ ebenfalls nicht ahnen: Ricks Pitbull „Brandy“ ist ein trainierter Killer-Hund. Er beißt einen der Manson-Männer in die Genitalien und zerfetzt einer der Frauen das Gesicht und die Arme.
  • Der Manson-Mann mit dem zerbissenen Gemächt wird von Stuntman Cliff mit seinem eigenen Messer erstochen. 
  • Die verunstaltete Manson-Frau rennt panisch raus ins Freie zum Pool, wo Rick mit einem Kopfhörer Musik hört und einen Cocktail schlürft. Er hat von der Action bislang nichts mitbekommen, wird aber aufgeschreckt, als die schreiende Frau auf ihn zu läuft und in den Pool fällt. 
  • Weil Rick ein Action-Held ist, holt er aus einem Geräte-Schuppen einen Flammenwerfer (ein Requisit aus einem Nazi-Film) und fackelt die Manson-Frau im Pool ab. Völlig durchgeknallt, aber es ist ja auch ein Film von „Quentin Tarantino“.
  • Im Haus schlägt derweil Stuntman Cliff eine andere Manson-Frau tot: Er donnert ihren Kopf - eine echt üble Szene - gegen jede Ecke, Kante und Scherbe, die er nur finden kann. Pitbull „Brandy“ stellt sich derweil als Wachhund vor Ricks Frau Francesca. 
  • In „Once upon a Time in Hollywood“ gehen somit die Mitglieder der „Manson Family“ drauf. Sharon Tate, ihr ungeborenes Baby und ihre Party-Gäste überleben.
  • Am Ende des Films wird angedeutet, dass Hollywood-Altstar Rick und sein Stuntman Cliff von Regisseur Roman Polanski engagiert werden und Rick ein unerwartetes Comeback erlebt.

Once Upon A Time In Hollywood ENDING EXPLAINED!

Kritik zu “Once Upon a Time in Hollywood“: So gut ist der neue Film von Quentin Tarantino 

Hier lesen Sie eine Kino-Kritik zu „Once upon a Time in Hollywood“ von Marco Schmidt:

Am erstaunlichsten ist eigentlich, dass er sich so lange Zeit gelassen hat: Quentin Tarantino, berühmtester Filmfreak der Welt, hat nach rund 30 Berufsjahren endlich einen Film übers Filmemachen gedreht. „Once upon a Time in Hollywood“, sein laut eigener Ankündigung vorletztes Leinwand-Opus, ist eine mal muntere, mal melancholische Retro-Revue, zugleich Hommage und Abgesang, eine Liebeserklärung an das alte Hollywood, das es nicht mehr gibt – und das es so vielleicht auch nie gab.

Alles spielt im Jahr 1969, unter anderem in der Nacht, in der die schwangere Schauspielerin Sharon Tate („Tanz der Vampire“) in der Villa ihres Ehemannes Roman Polanski in den Hollywood Hills von Anhängern des Sektenführers Charles Manson bestialisch ermordet wurde. Tarantino hat darum gebeten, keine Wendungen des Films zu verraten. Wie der märchenhafte „Es war einmal…“-Titel andeutet, hat Tarantino nämlich wie schon in „Inglourious Basterds“ die historischen Ereignisse ein wenig abgewandelt – als wollte er zeigen, dass die Fantasie eines Filmemachers eine bessere Welt erschaffen kann.

Once Upon a Time in Hollywood - Ending Explained

Im Kern geht es ihm gar nicht um Manson; auch Sharon Tate ist fast nur dekoratives Beiwerk und die großartige  Margot  Robbie („I, Tonya“) in dieser Rolle dementsprechend heillos unterfordert. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vielmehr zwei alte Hollywood-Haudegen: Polanskis fiktiver Nachbar  Rick (Leonardo DiCaprio), ein versoffener, abgehalfterter Schauspieler, der früher ein Held in einer beliebten Westernserie war und sich jetzt mit Gastauftritten in anderen TV-Serien über Wasser hält, sowie sein Stunt-Double, Kumpel und Assistent Cliff (Brad Pitt), der gern mit Mädels flirtet und im Ernstfall schnell zuschlägt.

Der strauchelnde Star und sein standhafter Stuntman bilden ein traumhaftes Duo, dem   man   gerne  zusieht: DiCaprio, hier leicht stotternd, zeichnet das wunderbar tragikomische Porträt einer in Whisky getränkten, gekränkten Seele, und Pitt, den man nach diesem Film auch „Pittbull“ nennen könnte, liefert sich als Cliff etwa mit unverschämter Lässigkeit eine aberwitzige Schlägerei mit Bruce Lee, hinreißend verkörpert von Mike Moh.

Weil Tarantino mittlerweile Narrenfreiheit besitzt, kann er hier seine Macken exzessiv ausleben – wir erleben sozusagen Quentin unchained. Lustvoll wühlt er in den Trashtruhen der Filmgeschichte und fördert dabei dreckige Dutzendware zutage. Um die Fülle seiner Anspielungen zu verstehen, müsste man sich erst einen Haufen   billiger   B-Movies aus den Sechzigerjahren anschauen. Aber der Regisseur hat noch viele weitere Ostereier in dieser L.A.-Odyssee versteckt, etwa Gastauftritte berühmter Stars, die zum fröhlichen Gesichter-Raten einladen.

Wie immer bei Tarantino wird auch hier erst viel gequatscht, bevor es blutig wird: Die erwartete Explosion grotesker Gewalt kommt spät, doch dafür umso heftiger. Leider sind die Dialoge bis dahin zwar gut, aber nicht gerade sensationell, und weil das mehr als zweieinhalbstündige Buddy-Movie keine Handlung im klassischen Sinne hat, plätschert es streckenweise etwas lauwarm dahin. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Tarantino! Plätschert! Lauwarm! Dahin! Kaum zu glauben, ist aber so.

Wäre dieser Film eine LP, dann sicher kein stringentes Konzeptalbum, sondern eher eine Hit-Kompilation. Doch all das ist Jammern auf hohem Niveau: Natürlich bleibt auch der neue Tarantino absolut sehenswert. Natürlich gibt es wieder eine Reihe kultverdächtiger Szenen – virtuos inszeniert, grandios agiert, famos fotografiert. Und wenn am Schluss ein Pitbull… Aber halt, das dürfen wir ja nicht verraten. Pst!

„Once upon a Time in Hollywood“ mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt

Regie: Quentin Tarantino

Laufzeit: 161 Minuten

Urteil: Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Schnappt Shorty“ mochten.

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