Im 40. „Tatort“ aus Münster geriet Frank Thiel in einen Drogenrausch - was dahinter steckt

„Tatort“ aus Münster: Die teuflische Droge „Devil‘s Breath“ gibt‘s wirklich!

Vadder (Claus D. Clausnitzer, li.) und Frank Thiel (Axel Prahl) im Münsteraner „Tatort: Des Teufels langer Atem“
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Selbst der dauerbekiffte Vadder (Claus D. Clausnitzer, li.) von Thiel (Axel Prahl) würde niemals die Droge „Devil’s Breath“ konsumieren.

Im Münsteraner „Tatort: Des Teufels langer Atem“ wird Frank Thiel (Axel Prahl) mit der Droge „Devil‘s Breath“ gefügig gemacht. Das Opiat gibt es wirklich. Wir erklären, warum sie so gefährlich ist.

Engelstrompete. Das klingt so himmlisch. Doch diese Pflanze hat es in sich. Wer am Sonntagabend den Münsteraner „Tatort: Des Teufels langer Atem“ (die Kritik lesen Sie hier) gesehen hat, der dachte vielleicht: Was haben sich die Komiker aus der westfälischen Stadt denn da wieder einfallen lassen? Doch der Titel des Krimis, „Des Teufels langer Atem“, war keine bloße Drehbuchautoren-Idee. Die Droge, die Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) verabreicht bekam, gibt es wirklich. Und sie wird auch im echten Leben per Atemluft verabreicht. „Devil’s Breath“, des Teufels Atem, heißt das Pulver, das diejenigen, die es inhalieren, willenlos macht.

Schauen harmlos aus – sind aber giftig: Engelstrompeten.

Aber jetzt nicht im genussvollen Sinne à la Marius Müller-Westernhagen. „Willenlos“, das bedeutet im Falle des gefährlichen Rauschgifts tatsächlich gefügig bis zur Selbstzerstörung. Die aus den Samen der Engelstrompete gewonnene Droge kann dafür sorgen, dass Menschen bereitwillig tun, was man von ihrem berauschten Ich verlangt. Im Münsteraner „Tatort“ unterschreibt da beispielsweise jemand ein Testament, dessen Inhalt er bei klarem Verstand so nie abgesegnet hätte. Und Frank Thiel begeht – derart von Sinnen – gar fast einen Mord.

„Devil‘s Breath“ ist eine bei Kriminellen beliebte Droge

Zu dick aufgetragen? Nun ja, nennen wir es künstlerische Freiheit. Zu hoch dosiert, ist die Droge tödlich – und so ist es etwas zweifelhaft, dass die entsprechend sorgfältig bemessene Dosis, die dem Kommissar verabreicht wird, wirklich dazu führen kann, dass der mit dem Auto durch die Nacht fährt und die Waffe auf einen anderen Menschen richtet. Noch dazu, da Thiel mit Leib und Seele Polizist und Kämpfer für das Gute ist. Und doch: In Kolumbien, wo Engelstrompeten besonders gut gedeihen, ist das Opiat ein echtes Problem. Kriminelle pusten sie ihren Opfern ins Gesicht – und bringen sie so dazu, ihre Taschen zu leeren oder ihre Haustüre zu öffnen. Willkommen im Selbstbedienungsladen! Nicht nur in Südamerika übrigens, längst haben europäische Banden die Droge für sich entdeckt. Ihre Opfer kommen erst Stunden später zu sich und können sich kaum erinnern.

Kann sich an nichts mehr erinnern: Frank Thiel (Axel Prahl), den man unter Drogen gesetzt hatte.

Besonders tückisch: Die Droge lässt sich mit einer einfachen Blutprobe nicht nachweisen. Das am längsten bestehende Symptom, das auf ein Inhalieren des Gifts hindeuten könnte, sind stark erweiterte Pupillen. Selbst, wenn man die Pflanze nur kurz berührt und sich dann die Augen reibt, können sich die Sehlöcher bereits erweitern. Deshalb Obacht, wenn man die optisch durchaus reizvollen Engelstrompeten bei sich daheim anpflanzt. Gerade Kinder und Haustiere, die gerne etwas in den Mund stecken oder anknabbern, können durch diesen vermeintlich harmlosen Snack mit einer Vergiftung im Krankenhaus landen.

Merke: Manchmal empfiehlt es sich, auf Frank Thiels dauerbekifften Vadder (Claus D. Clausnitzer) zu hören. Der probiert zwar gern allerlei berauschende Spaßmacher aus. Doch die Engelstrompeten möchte er lieber nicht aus der Hölle her klingen hören. „Das teuflischste Zeug von allem – nie würde ich so etwas nehmen!“, versichert er. Sein Sohn wird ihm da nach diesem Trip beim Dauer-Streitthema Drogen wohl ausnahmsweise einmal ganz und gar zustimmen...

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