Kerzenständer der Amperauen bei Dachau

Die Armleuchteralge ist der Ampertaler im November

Die Armleuchteralge
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Die Armleuchteralge

Der Ampertaler des Monats November ist ein eher unauffälliger. Da er zudem nur auf dem Grund von Gewässern zu finden ist, wird er oft nur bei gezielter Suche entdeckt. 

Dafür ist die Armleuchteralge ein Indikator für einen ganz besonderen Lebensraum, nämlich nährstoffarme, kalkhaltige Gewässer. Armleuchteralgen sind mit verschiedenen Arten in Bayern vertreten. Entgegen ihrem Namen gehören sie jedoch nicht zu den Algen, und auch bei den höheren Pflanzen lassen sie sich nicht einordnen. Vielmehr bilden sie eine eigenständige Gruppe. Die kuriose Bezeichnung verdanken sie im Übrigen ihrem Aussehen. Da die „Ästchen“ seitlich vom Hauptspross abstehen und auf ihnen die Geschlechtsorgane aufsitzen, erinnern sie etwas an einen Kerzenleuchter oder eben Armleuchter. Bei Berührung fallen sofort die etwas raue Oberfläche und die spröde Struktur der Pflanzen auf. Diese hängen damit zusammen, dass sich auf den Stängeln Kalkablagerungen bilden.

Armleuchteralgen dienen vielen Kleintieren als Lebensraum

Armleuchteralgen bilden oftmals einen dichten Teppich auf dem Gewässergrund. Dort dienen sie vielen Kleintieren als Lebensraum, etwa Libellenlarven oder Fischbrut. Sie zeigen nährstoffarme, in vielen Fällen grundwassergeprägte Gewässer an. In den Amperauen sind dies zum Beispiel Quelltümpel. Diese klaren Gewässer stellen in der Aue wichtige Lebensräume dar, die durch Grundwasserabsenkungen und Entwässerungsmaßnahmen größtenteils verschwunden sind. Auch der Eintrag von Nährstoffen, etwa Stickstoff aus der Luft oder Einschwemmungen von Landwirtschaftsflächen lassen solche Biotope verschwinden. Oftmals entstehen für die Armleuchteralgen geeignete Gewässer jedoch auch bei der Neuschaffung von Tümpeln und anderen Kleingewässern oder beim Kiesabbau. Je mehr Nährstoffe jedoch nach und nach in diese Gewässer gelangen, desto weniger eignen sie sich als Lebensraum. Der Schlüssel zum Schutz dieses einzigartigen Biotops besteht in der Reduktion schädlicher Einflüsse sowie der gezielten Neuanlage. Das freut nicht nur die Armleuchteralge, sondern auch ihre zahlreichen Mitbewohner.

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