Berufspendler im Landkreis Dachau

Dachauer pendeln trotz Corona-Pandemie

Außenspiegel des Autos
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Alltägliches Bild für Berufspendler: Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit weite Strecken zurücklegen, auf einem hohen Level.

46.200 Menschen müssen den Landkreis auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle verlassen.

Trotz des Corona-Lockdowns und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler im Landkreis Dachau auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr verließen rund 46.200 Menschen auf dem Weg zur Arbeit die Kreisgrenzen. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach blieb die Zahl der Pendler mit einem Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Zu den Hauptursachen für die anhaltenden Pendelströme zählt nach Einschätzung der IG BAU Oberbayern der teure Wohnraum. „Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit Auto oder Bahn“, erklärt Bezirksvorsitzender Michael Müller. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten. Die IG BAU fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendlerzahlen zu verringern“, sagt Müller. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu bezahlbaren Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden und einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben. Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: „Weniger Pendelei bedeutet für Betroffene mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der Kohelnstoffdioxid-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden“, fügte Müller hinzu. Nach Angaben der Arbeitsagentur verließen im vergangenen Jahr bundesweit vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Landkreises. Damit erreichte die Zahl der Fern-Pendler trotz Corona-Pandemie einen Höchststand von 13 Millionen.

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