Die Stadträte diskutierten über ein erneutes Alkoholverbot auf dem Gelände des Dachauer Bahnhofs.

Alkoholverbot am Dachauer Bahnhof?

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Der Kiosk am Dachauer Bahnhof soll keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen, um ihm „alkoholfrei“ zu halten.

Dachau - Kein Alkohol, kein Problem?

Würden sich Passanten am Dachauer Bahnhof sicherer fühlen, wenn es ein Alkoholverbot gäbe? 

Diese Frage stelle sich der Stadtrat im letzten Haupt- und Finanzausschuss. Die ÜB-Fraktion hatte das Thema mit einer Anfrage im November 2018 angestoßen. Bei einem deutlich erhöhten Aufkommen von Ordnungsstörungen oder Straftaten im Zusammenhang mit Alkohol, bestünde die Möglichkeit, eine Verordnung zu erlassen, die bei Verstößen mit bis zu 1.000 Euro Geldbuße bestraft werden kann. Der Dachauer Polizei-Pressesprecher Günther Findl fügte hinzu: „Uns liegen aus 2018 insgesamt 76 Fälle von Körperverletzungen und (Fahrrad-)Diebstählen vor, doch lässt sich nicht immer ein Zusammenhang mit Alkoholkonsum nachweisen.“ Trotzdem spricht sich die PI Dachau für ein striktes Alkoholverbot aus, auch wenn dadurch verstärkte Kontrollen auf sie zu kämen. 

Der Antrag scheiterte letztendlich an CSU, SPD und den Grünen. Sie wollen die Problemlage des Alkoholkonsums am Bahnhof nicht in benachbarte oder abgeschiedenere Gebiete verdrängen. „Ich frequentiere den Dachauer Bahnhof seit rund 20 Jahren und habe mich noch nie unsicher gefühlt“, warf Luise Krispenz (Grünen) ein. Anke Drexler von der SPD findet ebenfalls: „Ein Alkoholverbot führt zu keiner Lösung.“ Sie plädierte dafür, den „Trinkern“ durch aufsuchende Sozialarbeiter zu helfen. Das wiederum würde an der Personallage der Stadt scheitern, die nur einen Streetworker für gefährdete Jugendliche beschäftigt. Oberbürgermeister Florian Hartmann erklärte: „Dieses Angebot greift nicht bei Erwachsenen. Wir bräuchten dafür zusätzliches Personal.“ 

Schließlich der Kompromiss: Die Stadtverwaltung soll die Bahn, als Pächter des Bahnhofs, bitten, ein Alkoholverbot aussprechen und damit auch dem dortigen Kiosk den Verkauf von Spirituosen zu untersagen. Die Stadträte nahmen den Vorschlag von Drexler an, den sie mit „auch wenn die Bahn das wahrscheinlich ablehnen wird“ kommentierte. Damit ändert sich erstmal nichts, was den Alkoholkonsum am Bahnhof angeht.

Stadtgrün als CO2- Ausgleich

Beim Thema „CO2-Ausgleich (Kohlenstoffioxid) bei Flugreisen städtischer Angestellter oder des Stadtrates“ forderte FDP-Stadtrat Jürgen Seidl „ein klares Zeichen“: 

Er möchte alle Stadträte dazu verpflichten, bei Dienstreisen auf das Flugzeug zu verzichten und konsequent die Bahn zu verwenden. „Alles andere ist eine reine Symbolpolitik, die nichts verändert.“ Seiner Forderung kamen die Stadträte allerdings nicht nach. Sie entschieden sich stattdessen dafür, sich einem Projekt der Stadt anzuschließen. Das beinhaltet einen symbolischen CO2-Ausgleich. Es orientiert sich dabei an der Plattform „Atmosfair“. Hier kann der CO2-Wert eines Fluges, abhängig von der Kilometerzahl in Euro umgerechnet werden. Die Stadt möchte diesen Betrag verdoppeln und ihn an die Abteilung Stadtgrün und Umwelt überweisen, damit mit diese im Ausgleich für mehr Grün in der Stadt sorgen kann. 

Außerdem will die Stadt künftig „Flugreisen auf ein notwendiges Minimum reduzieren“, erklärte OB Hartmann. Wobei er versicherte, dass das seitens der Verwaltung sowieso schon so gehandhabt werde.

ste

Quelle: Dachauer Rundschau

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