Neujahrsempfang /CSU Haimhausen

Leidenschaftliches Plädoyer für Europa

+
Die EU-Parlamentarierin Andrea Niebler (links) freute sich über das Geschenk der Haimhauser Gastgeber.

Dachau - Andrea Niebler und Bernhard Seidenath warnten in Haimhausen vor Populisten und Nationalisten.

„Das war eine Liebeserklärung für Europa“, brachte der CSU-Kreis-Chef und Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath die Rede von Andrea Niebler beim Neujahrsempfang Haimhauser CSU in der „Bavarian International School“ auf den Punkt. Die 55-jährige Münchnerin sitzt für die CSU seit 20 Jahren im Europaparlament, sie gilt als kompetent und bestens vernetzt. Ihr knapp halbstündiger Beitrag war im Grunde ein einziger Wahlaufruf für die Europawahl am 26. Mai, garniert mit Anekdoten und Erlebnissen. Eine „Schicksalswahl“, wie sie sagte, denn das gemeinsame Europa sei durch „Populisten und Nationalisten“ gefährdet. Niebler bat ihre 250 Zuhörer am Wahltag „für eine der Volksparteien zu stimmen, am liebsten natürlich die CSU“. Der Name der AfD kam ihr nicht über die Lippen, doch wen sie meinte, war klar. Den Euro lobte die EU-Politikerin ausdrücklich als „Weltwährung“, auf die man stolz sein müsse. Niebler betonte, dass im Mai die Stimme für die CSU abzugeben,eine historische Chance sei, dass einer von uns Chef von Europa werde. Gemeint ist der CSU-Vizevorsitzende Manfred Weber. Bei der Aufzählung seiner vielen Unterstützer in Europa nannte Niebler bezeichnenderweise ein Land nicht: Ungarn mit seinem Chef Viktor Orbán, eigentlich ein ganz besonderer CSU-Freund – den aber die AfD gleichfalls als Partner ansieht. Niebler räumte auch Fehler im EU-Vorgehen ein: „Wir müssen uns in Brüssel auf die großen Themen konzentrieren und nicht in die kleinen Angelegenheiten vor Ort einmischen, zum Beispiel in eine Ausschreibung für die Essensbelieferung einer Mensa.“ Die EU-Politikerin bündelte ihr leidenschaftliches Plädoyer im Bekenntnis: „Man kann gleichzeitig ein überzeugter Haimhauser, Bayer, Deutscher und Europäer sein!“ Seidenath ergänzte seine Europa-Kollegin mit dem Verdikt: „Jedem, der auf einen Dexit setzt, muss die Rote Karte gezeigt werden!“ Bürgermeister Peter Felbermeier verwies in seinem Kurzreferat auf die 40 Millionen Infrastruktur-Investitionen der Kommune seit 2014, die in die Glasfaser-Verkabelung, eine neue Schulturnhalle oder auch in ein geplantes Ärztehaus für zehn Mediziner („darum werden uns die meisten Kommunen beneiden“) fließen. Ein Grund für den Aufschwung der Kommune sei die Geschlossenheit des Gemeinderats, sagte Felbermeier: „Die Bürger wollen keinen Streit mehr, sondern konstruktiven Debatten!“ Im Publikum fand sich auch eine große Dachauer CSU-Delegation, darunter der OB-Kandidat Peter Strauch, der Ortsvorsitzenden Tobias Stephan und der Fraktionschef im Rathaus, Florian Schiller. Keine Selbstverständlichkeit, über viele Jahre hatten die Kreisstädter ihre Haimhauser Parteifreunde links liegen gelassen. Vizelandrat Helmut Zech (CSU) deutete eine vorsichtige Kritik an Nieblers Vortrag an: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Vorteile eines gemeinsamen Europas noch mehr zur Geltung gebracht worden wären.“

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

INTERVIEW: Josef Januschkowetz über die Dachauer Bau-Messe
INTERVIEW: Josef Januschkowetz über die Dachauer Bau-Messe

Kommentare