Internationaler Frauentag im Landkreis Dachau

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März machen die Kreisrätinnen des Landkreises Dachau darauf aufmerksam, dass es noch viel zu tun gibt 

Kreisrätinnen des Landkreises Dachau
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Den Kreisrätinnen des Landkreises liegen besonders die Belange der rund 80 000 Frauen im Landkreis am Herzen.

„Vor zwei Jahren solidarisierten sich die Kreispolitkerinnen interfraktionell, um die Belange der Frauen stärker sichtbar zu machen,“ erzählten die Initiatorinnen Marese Hoffmann (Grüne) und Stephanie Burgmaier (CSU). Durch die Kommunalwahlen im letzten Jahr hat sich die Anzahl der Frauen von rund 23 auf 31 Prozent im Kreisgremium erhöht.

Der Austausch unter den Frauen hält an. „Und das trotz unterschiedlicher politischer Ausrichtung“, betont Stephanie Burgmaier. Kürzlich diskutierten die Rätinnen über die Auswirkungen der Pandemie und wandten sich auch schriftlich an alle Rathauschefs im Landkreis hier ein stärkeres Augenmerk auf die Situation der Familien zu haben.

„Auch in unserem Landkreis arbeiten überwiegend Frauen in systemrelevanten Berufen, wie in der Pflege, den Kitas, im Einzelhandel, bei Reinigungsfirmen, zudem übernehmen sie einen Großteil der privaten Fürsorgearbeit. Und genau sie waren es, die in der Pandemie oft über die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen,“ sagte Lena Wirthmüller (Bündnis).

Jeden Tag versuche ein (Ex-)Partner eine Frau umzubringen

„Jeden Tag versucht ein (Ex-)Partner eine Frau umzubringen. Jeden dritten Tag gelingt es. In DAX-Vorständen sitzen mehr Männer als Frauen. Frauen sind zu 20 Prozent häufiger von Altersarmut betroffen. In Deutschland ist es ein Steuervorteil, wenn die Frau zuhause bleibt. Die Sicherheit unserer Autos, die Diagnostik unserer Mediziner, die Medikamente, die wir nehmen - das alles ist auf Männer ausgelegt, die Datengrundlage lässt Frauen unsichtbar werden“, fährt Marese Hoffmann fort.  

Im Landkreis Dachau leben fast 80.000 Frauen. Flächendeckende Kinderbetreuung für Kita- wie Schulkinder zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, echte Anerkennung der Fürsorgearbeit - auch in finanzieller Hinsicht -, Frauenförderung, Beratungsangebote, Schutz vor Gewalt gegen Frauen – müssen selbstverständlich sein.

„Unser Anliegen ist es, alle diese Themenstellungen sichtbar zu machen und immer wieder anzusprechen“, erklärt Marese Hoffmann. „Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander der Geschlechter“, ist den Kreisrätinnen wichtig. Davon profitieren alle auch die Männer. Denn auch über junge männliche Kollegen habe Stephanie Burgmaier schon gehört: „Ach, der fehlt schon wieder, der muss bei seiner Familie sein, Kind ist krank.“

Wie es konkret um die Frauenförderung in der Kreisverwaltung steht, wollen die Kreisrätinnen per Antrag erfahren. Gleiches gelte auch für die Gemeinde- und Stadtverwaltung, erklären Dagmar Wagner und Sabrina Spallek, die auch stellvertretende Bürgermeisterinnen in ihren Heimatgemeinden sind. Nur wenn Frauen gleichberechtigt vertreten seien, ändere sich die Sichtweise auf Themen und ihre Bedürfnisse.

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