Zuzug-Diskussion

Chancen und Risiken des Wachstums

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Heiße Diskussionen zur Landkreis-Entwicklung (von links): MdL Anton Kreitmair, IHK-Expertin Claudia Schlehbach, Professor Konrad Goppel, Landrat Stefan Löwl sowie Sparkassenchef und Hausherr Hermann Krenn

Dachau - Der Zuzug ist nicht zu stoppen – Anton Kreitmair lud Experten zur Diskussion nach Dachau.

Das Jahr 2015 wird ein Jahr des Bürgerdialogs. Mit dem großen Thema: Die Entwicklung des Landkreises in Zeiten des Zuzugs. Landrat Stefan Löwl hatte schon im November angekündigt, sich des Themas intensiv anzunehmen. Nun legte der Landtagsabgeordnete Anton Kreitmair vor: Letzte Woche lud er den ehemaligen Leiter der Regionalentwicklung im bayerischen Wirtschaftsministerium, Konrad Goppel und die Referatsleiterin Mittelstand der IHK München, Claudia Schlehwein, in den Saal der Sparkasse Dachau ein, um dort über Chancen und Risiken des regionalen Wachstums zu diskutieren.

Die Zahlen zum Zuzug

Die beiden hatten beeindruckende Zahlen im Gepäck: Laut dem statistischen Landesamt werden in 15 Jahren im Großraum München 260.000 Menschen mehr leben als heute, der Landkreis Dachau wird 12.000 zusätzliche Einwohner beherbergen. Damit einher gehen zwar ein Wachstum an Arbeitsplätzen, aber auch ein Anstieg bei den Mieten und Grundstückspreisen. Goppels Hauptbotschaft: Alle regionalen Kräfte müssen zusammenwirken, um den Ansturm zu bewältigen, denn: „Die Region wird wachsen, ob wir wollen oder nicht.“

"Zusammenarbeit würde ein Beitritt Dachaus nur gut tun"

Der ehemalige Spitzenbeamte lobte ausdrücklich das Landkreis- und Dachau-AGIL-Projekt „Zwischen Dorf und Metropole“, bei dem ein Leitbild des Dachauer Landes im Rahmen zahlreicher Bürgerforen entwickelt wurde. Was den Dachauer Stadtrat Horst Ullmann (Bürger für Dachau) zur sinngemäßen Frage veranlasste: Ist es klug, dass die Kreisstadt kein Mitglied bei Dachau AGIL ist? Goppels klare Antwort: Kooperation ist immer besser. Landkreis-Chef Löwl begrüßte diese Aussage gegenüber der DACHAUER RUNDSCHAU mit den Worten: „Der interkommunalen Zusammenarbeit würde ein Beitritt Dachaus nur gut tun.“ Gastgeber Kreitmair goss dagegen Wasser in den Kooperations-Wein: „Wir diskutieren schon seit 15 Jahren über interkommunale Gewerbegebiete und es ist nichts dabei herausgekommen. Ich befürchte, auch in den kommenden 15 Jahren wird sich nichts rühren.“

Gäste aller Parteien

Hoffnung machte jedoch die überparteiliche Zusammensetzung des Publikums: MdL Bernhard Seidenath saß Löwls Stellvertreter Marianne Klaffki (SPD) und Edgar Forster (FW Dachau). Außerdem anwesend: Kreisrätin Ursula Kohn (Grüne), der zweite Bürgermeister der Großen Kreisstadt, Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) sowie der Dachauer BN-Vorsitzende Peter Heller. Die beiden großen lokalen Finanzinstitute hatten ihre Führungsleute geschickt – die Sparkasse Dachau Vorstandschef Hermann Krenn und Vorstand Thomas Schmid, die Volksbank Raiffeisenbank Dachau Vorstand Johann Schöpfel. Am 23. Februar wird Landrat Löwl am selben Ort seine Auftaktveranstaltung zum avisierten Dialog mit den Landkreisbürgern abhalten.

kho

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