Die Anwohner sind stinksauer

Dach

au (sel) – Die Anlieger des geplanten Parkhauses auf der Ostseite des Dachauer Bahnhofs sind mit der Informationspolitik der Stadt Dachau alles andere als zufrieden. Deshalb haben sie Ende November einen zweiten offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) geschrieben, in dem sie fordern, umfassend über den aktuellen Stand der Planungen informiert zu werden. Breits Ende Juli hatten sie in einer Versammlung der Anwohner einen offenen Brief an den OB geschickt, in dem sie gefordert hatten, frühzeitig in die Planungen eingebunden zu werden. Sie fürchten erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensqualität, wenn das Parkhaus errichtet werden sollte. Gleichzeitig wurde auch ein Fragenkatalog erarbeitet und an die Stadt weitergeleitet. Bislang ist laut Wolfgang Milhard, Sprecher der Anlieger, aber keine offizielle Antwort erfolgt. „Da wird etwas im Untergrund gekocht, wir werden da einfach übergangen.“ meint Milhard. „Die Anwohner in meinem Umkreis sind stinksauer.“ berichtet der Sprecher. Auch die vom OB für Herbst versprochene Informationsveranstaltung habe nicht stattgefunden. Trotzdem gibt es auch unter den Anwohnern verschiedene Auffassungen, wie man die eigenen Interessen weiter verfolgen soll. Winfried Prestele, der das „Kernteam“ der Anlieger bis vor kurzem vertrat, hat sich deshalb zurückgezogen. Aus seiner Sicht passiert angesichts der klammen Haushaltslage in absehbarer Zeit nichts – es gibt also keinen Grund zur Panik. „Man muss nicht jeden Tag eine Wasserstandsmeldung abgeben und jede Woche Herrn Bürgel einen neuen Brief schreiben.“, sagt er. Man könne ein Thema auch kaputt machen, wenn man permanent Unruhe verursache, erklärt Prestele. Im Juli betonte er, dass man keine „Fundamentalopposition“ sein wolle. Andere Bewohner der Oberen Moosschwaigestraße meinen jedoch, dass man mit den Briefen und Veranstaltungen „ein schönes Feuer“ entfacht habe, dass man nutzen müsse. Andrea Schmidt glaubt: „Die im Bauamt planen wie die Weltmeister und wir stehen dann vor vollendeten Tatsachen.“ Oberbürgermeister Peter Bürgel versteht die ganze Aufregung um das Thema indes nicht und beruhigt: „Wir haben jetzt andere Sorgen, es ist bislang nichts entschieden.“ Er bekräftigt auch die Zusage zur Informationsveranstaltung. „Wenn wir alle Fakten zusammen haben, findet die Veranstaltung statt.“ Die Sorgen der Anwohner seien „völlig normal“. Trotzdem solle nicht „über ungelegte Eier sprechen.“ Die Frage, wann das Parkhaus –die Diskussion ist schon viele Jahre alt- wirklich einmal stehen könnte, bleibt offen.

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