Arbeit des Dachauer Behindertenbeauftragten gefährdet - Mehr als 1500 Beratungen im Jahr

Der Behindertenbeauftragte Franz Niedermeier ist rund um die Uhr für die Stadt ehrenamtlich tätig – nun soll ihm seine Hilfskraft gestrichen werden. Foto:Kramer

Dach

au (kho) Im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Dachauer Familien- und Sozialausschusses stand der Rechenschaftsbericht des ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt, Franz Niedermeier. Niedermeier ist eine Institution in der Stadt und in Landkreis: Im Jahr 2010 hat er „mehr als 500 persönliche Beratungen und 1000 telefonische Termine“ wahrgenommen, wie er in seinem Bericht schreibt. Seine Sprechstunden sind acht Wochen im Voraus ausgebucht. Der Grund: Niedermeier ist in den zuständigen Ämtern als kompetenter Ansprechpartner bekannt. So schickt ihm auch die ARGE Dachau (die Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung, die seit Jahresanfang „Jobcenter“ heißt) regelmäßig Langzeitarbeitslose in der Hoffnung, dass er für diese einen Arbeitsplatz finden kann. Was ihm häufig auch gelingt. Es mutet daher wie ein Treppenwitz an, dass nun ausgerechnet die ARGE die erfolgreiche Arbeit des Behindertenbeauftragten gefährdet: Sie will ihm seine Bürokraft, Christine Wander, streichen. Wander unterstützt den Ehrenamtler als Teilzeitkraft auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung. Nun plant die ARGE Christine Wander in eine Vollzeitstelle vermitteln. An sich eine gute Idee, denn die Assistentin arbeitet für gerade einmal einen Euro pro Stunde. Niedermeier zahlt bisher sogar einen Teil ihrer Sozialabgaben – 35 Euro im Monat – aus eigener Tasche. Für den Behindertenbeauftragten hätte der Abzug seiner Hilfskraft weit reichende Konsequenzen: „Alleine könnte ich die Fülle der Termine und den damit verbundenen Schreibaufwand unmöglich schaffen.“ Daher bat er die Stadt, für Wander eine Stelle zu schaffen. Doch Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) lehnte dies Ansinnen umgehend ab. Immerhin sicherte der Stadtrat dem Ehrenamtler zu, in Zukunft für die Sozialabgaben aufzukommen. Doch eine befriedigende Lösung ist dies nicht. Denn schon morgen könnte Wander eine attraktive Stelle angeboten bekommen und Niedermeier ohne Unterstützung dastehen. Und von dem Lob, das ihm alle Fraktionen aussprachen, kann er Christine Wander kein Gehalt zahlen. Nun hofft er, dass die ARGE eine Lösung finden wird.

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