Sind Bienen und Bauern zufrieden?

Artenschutz im Landkreis Dachau kriecht dahin

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Bisher teilen sich die Meinungen der Kreisräte über die Umsetzung des Artenschutzbegehrens im Landkreis.

Dachau/Landkreis - Ein Jahr nach dem Volksbegehren sind Kreisräte geteilter Meinung.

Etliche Naturschützer stimmten vor mehr als etwa einem Jahr für das Volksbegehren für Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern - besser bekannt unter dem Motto „Rettet die Bienen“, ab. 

Im Landkreis Dachau waren fast 23 Prozent der Wahlberechtigten für den aktiven Artenschutz, das sind mehr als 24000 Menschen. Der Bayerische Landtag nahm das Volksbegehren schließlich an, im August 2019 trat das neue Naturschutzgesetz in Kraft. Seitdem scheint jedoch nicht mehr viel passiert zu sein, auch nicht im Landkreis. Georg Weigl, der bisher als Fraktionsvorsitzender der ÖDP im Kreistag saß und die Initiative im Landkreis gemeinsam mit Peter Heller und Adrian Heim vorangetrieben hatte, prangerte diesen Stillstand beim letzten Kreistagsausschuss an: „In den entsprechenden Gremien gab es dazu bisher nichts. Mir ist auch sonst nicht bekannt, ob sich etwas getan hat - also kann ich damit nicht zufrieden sein.“ Heller lobte den Landkreis für sein Maßnahmenpaket zur Erhaltung und Schaffung von Waldsäumen und Verbundflächen. In der nächsten Kreistagsitzung soll ein Antrag der ÖDP behandelt werden, der die weitere Umsetzung des Artenschutzgesetzes im Landkreis und insbesondere die Schaffung eines Biotopverbunds fordert. Basis dafür sind zwei umfangreiche Broschüren, die Otto Mayrhofer aus Karlsfeld erarbeitet hat. Er kommt darin zu dem Schluss, dass es im Landkreis zwar eine geringe Waldfläche, dafür aber umso mehr Waldränder gibt - diese sind für die Artenvielfalt besonders wertvoll und sollten deshalb im Sinn eines lebendigen Biotops vernetzt und genutzt werden. 

Doch Hilferufe der Bauern waren damals nicht zu überhören. Anton Kreitmair, Dachauer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), sprach damals von „reinem Populismus“ und war der Meinung, dass das Volksbegehren die Bauern „zerstören“ werde. Nun, ein Jahr später, gibt er sich besänftigt: „Die Veränderungen für uns sind überschaubar.“ Das liege vor allem daran, dass „textlichen Fehler korrigiert wurden“ und der BBV mit der Staatsregierung Begleitgesetze erarbeitet habe. „So ist ein vernünftiges Gesetz zum Schutze aller entstanden - es sichert den Fortbestand der Bienen und der Bauern“, erklärt Kreimair. Schließlich wäre es auch die Intention des Volksbegehrens, an einem Strang zu ziehen.

ste

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