Dachau/KZ-Gedenkstätte

Habseligkeiten von Häftlingen

+
Ausstellung im Schubraum des Jour-Hauses.

Dachau - In neuen Vitrinen sind im Schubraum des Jourhauses der KZ-Gedenkstätte persönliche Gegenstände von Gefangenen ausgestellt.

Früher war es der Raum, in dem den KZ-Häftlingen ihre Persönlichkeit genommen wurde. Im so genannten „Schubraum“ mussten sich die Gefangenen nach ihrer Einlieferung nackt ausziehen und ihre Kleidung und den Besitz, den sie bei sich hatten, abgeben. Jetzt wird ihnen in der Dachauer Gedenkstätte an diesem Ort die Persönlichkeit zurückgegeben. Ab sofort werden dort in neu gestalteten Vitrinen die Habseligkeiten der Häftlinge gezeigt. „Die Gegenstände sind die letzte Erinnerungen an ihr altes Leben“, erklärt Stefanie Pilzweger-Steiner, wissenschaftliche Referentin der Gedenkstätte und Kuratorin der Ausstellung. Uhren, Ausweise, Schmuck, Kalender, Dokumente und vieles mehr sind zu sehen. Die Exponate sind Leihgaben der Organisation International Tracing Service, der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und der Gedenkstätte Ravensbrück. In der Ausstellung in der Dachauer Gedenkstätte werden sie durch die Biografien der Häftlinge ergänzt. Auf berührende Weise wird so für die Besucher das Leid jedes Einzelnen spürbar. Auf der anderen Seite behandelt die Ausstellung auch die Rolle der Täter. Die Biografien der Verwaltungsleiter werden beschrieben, historische Einlieferungsdokumente und Aufzeichnungen werden gezeigt. „Es geht darum, verschiedene Perspektiven deutlich zu machen“, sagte Pilzweger-Steiner. Ein Konzept, dass die Gedenkstätte künftig häufiger umsetzen möchte. In den nächsten Jahren steht eine Umgestaltung des Geländes und der Ausstellung an, dann soll darauf ein stärkerer Schwerpunkt gelegt werden. Außerdem sind einige bauliche Veränderungen geplant. Unter anderem soll der Gedenkort erweitert werden. „Wir wollen die Erinnerungsräume ausweiten und perspektivisch auch den Bereich des Kräutergartens stärker mit einbeziehen“, erklärt Gedenkstellenleiterin Gabriele Hammermann. Ideen seien zum Beispiel, dort ein Seminar- und Bildungshaus zu bauen oder einen Ausstellungsraum zu errichten.

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Bergkirchen sucht Schulweghelfer
Bergkirchen sucht Schulweghelfer
Wohnen und Arbeiten mitten in Vierkirchen
Wohnen und Arbeiten mitten in Vierkirchen
Chaoscityriders dankten mit einer Spendenparty am Waldschwaigsee allen Unterstützern
Chaoscityriders dankten mit einer Spendenparty am Waldschwaigsee allen Unterstützern
Wolfgang Moll besuchte Oradour sur Glane zum 75. Gedenkfeiertag
Wolfgang Moll besuchte Oradour sur Glane zum 75. Gedenkfeiertag

Kommentare