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Kinder leben auf Dachaus Straßen gefährlich

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Radelnde Kinder leben gefährlich in Dachau. Ein Umbau der Kreuzung Theodor-Heuss-/Sudetenlandstraße (Foto) soll Abhilfe schaffen, ist aber schon längst beschlossen. © Foto: Sponder

Dachau - Die Zahl der Kinderunfälle zwischen 2006 und 2010 liegt mit 3,90 Promille in Dachau weit über allen Vergleichzahlen von Bund (2,62), Land (2,41), Landkreis (2,62) und Durchschnitt aus 500 Mittelstädten bis 50.000 Einwohner (2,95).

Mit 129 von insgesamt 218 Unfällen sind Kinder als Radfahrer besonders gefährdet. Aufgrund dieser erschreckenden Zahlen wurde Dachau vom Regierungsbezirk Oberbayern ausgewählt, ein Maßnahmenpaket gegen Kinderunfälle zu entwickeln. Es umfasst polizeiliche, bauliche und verkehrsrechtliche Aspekte.

Neue Maßnahmen sind nichts Neues

Doch Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) kritisierte die vorgelegte Maßnahmenliste als nichts Neues: „Was hier steht, ist absolut richtig, aber zu wenig.“ Dass 53 Prozent aller Unfälle von Nicht-Radfahrer-Kindern verursacht worden seien, erschreckte Kai Kühnel (Bündnis für Dachau). Die Schulwege bei den Schulen sind nach Ansicht von Ordnungsamtsleiter Stefan Januschkowetz die Dachauer Unfallschwerpunkte, etwa in der Theodor-Heuss-, der Schleißheimer und Sudetenlandstraße. Helmut Esch (Grüne) wies darauf hin, dass nur 17 Prozent der Unfälle auf dem Schulweg passieren. Koch verlangte die Stelle eines Verkehrsplaners. Aber Christian Stangl (CSU) erwiderte, damit sei es nicht getan. Dessen vorgeschlagene Maßnahmen müssten umgesetzt werden. „Wollen sie lieber in Schulen und Kindertagesstätten investieren oder die Verkehrsplanung überarbeiten?“

Problem nicht noch verstärken

Ein Streitpunkt waren auch die im Konzeptpaket vorgeschlagenen verstärkten Polizeikontrollen gegen die „Geisterfahrer“ unter den Radlern auf den Gehsteigen der Münchner Straße. Während Wolfgang Moll (CSU) sagte, „die Straßenverkehrsordnung gilt auch für Radfahrer“, erklärte Kai Kühnel: „Radfahrer in der Münchner Straße gehören nicht auf die Fahrbahn. Hinter ausparkenden Fahrzeugen ist das viel zu gefährlich. Da sollte die Polizei vielmehr ein Auge zudrücken.“ In die gleiche Kerbe schlug Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU): „Wenn ich Kinderverkehrsunfälle minimieren will, darf ich die nicht auch noch hinter die Autos auf die Fahrbahn schicken.“

srd

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