Dachau/ Bauernverband / Volksbegehren

Zu Unrecht an den Pranger gestellt

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Vertreter des Bauernverbandes wollen keine gesetzlichen Verpflichtungen.

Dachau - Der Bauernverband macht mobil gegen das Volksbegehren für mehr Artenschutz. Kleinere Landwirte seien in ihrer Existenz bedroht.

 „Das Volksbegehren zerstört die kleinteilige und vielfältige Landwirtschaft“, prophezeit Kreisbäuerin Emmi Westermeier. „Die Folgen sind unabsehbar.“ Derzeit gibt es knapp 1000 bäuerliche Betriebe im Landkreis Dachau. „Viele davon wären in ihrer Existenz bedroht, wenn die Forderungen Realität werden“, sagt Kreisobmann Anton Kreitmair. Er betont, dass bereits jetzt viele Bauern freiwillig Blühstreifen anlegen oder Zwischenfrüchte anpflanzen würden. Doch bei einer gesetzlichen Verpflichtung dazu könnten für sie Zuschüsse wegfallen: „Für alles, was Gesetz ist, gibt es keine Ausgleichszahlungen“, erklärt Westermeier. Außerdem fürchten die Landwirte bei einer verpflichtenden Bio-Quote keinen Absatz für ihre Produkte zu finden. „Der BioMarkt ist voll“, beklagte Bio-Landwirt Simon Wallner aus Goppertshofen. „Leider sind die Leute nicht bereit, mehr Geld für regionale Bio-Produkte auszugeben. Die Landwirte fühlen sich deshalb zu unrecht an den Pranger gestellt: „Wir machen schon sehr viel und Umweltschutz ist bereits fester Bestandteil bei der Ausbildung“, erklärt Kreitmair. Er fordert eine ganzheitliche Lösung der Probleme: „Es müssen alle Verantwortung übernehmen, nicht nur die Bauern.“ Die Gründe für ein Insektensterben seien vielfältig, sagte Kreitmair. Auch der Klimawandel, der Flächenfraß, die Zersiedelung der Landschaft durch Straßen, die dauerhafte Lichtverschmutzung und die zunehmenden Steingärten und Mähroboter trügen einen großen Anteil daran. „Es muss sich die gesamte Bevölkerung ändern“, appellierte Kreitmair. Den Slogan des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ sieht er hingegen als „reinen Populismus“. Denn: „Es gibt so viel Honig wie schon seit Jahren nicht mehr.“

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

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