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Politik trifft Pädagogik

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Susanne Rohrer (Mitte) führte durch die Gesprächsrunde mit Martin Güll, Reto Ammann, Christian Ude und Claudia Langer. © Krauss

Dachau - Ganztagskonzepte und eine neue Pädagogik: auf dem Bildungs- kongress der SPD wurde die Zukunft der Schule diskutiert.

Schule – wie soll sie in Zukunft aussehen? Wie verändert sich die Pädagogik – und wo setzt die Bildungspolitik an? Im Ludwig-Thoma-Haus wurden diese Fragen vergangenen Freitag diskutiert, denn die Landtagsfraktion der Bayern-SPD veranstaltete dort einen siebenstündigen Bildungskongress. Die SPD will bekanntlich hin zur Ganztagsschule und hatte zu diesem Thema den Pädagogikprofessor Jürgen Oelkers vom Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich eingeladen. Der betonte in seinem Vortrag: „Die Schule nur länger zu machen, macht sie nicht besser. Es kommt auf die Qualität des Ganztagsskonzeptes an“. Ein weiterer Teil der Veranstaltung war die von der BR-Moderatorin Susanne Rohrer geführte Gesprächsrunde unter dem Motto „Politik trifft Pädagogik“.

An der Diskussion im gefüllten Saal nahmen neben Martin Güll, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, auch Reto Ammann, Leiter der SBW- Lernhäuser in Romanshorn in der Schweiz, und die Gymnasialdirektorin Claudia Langer aus Öttingen, die an ihrer Schule auf tranpsarent gestaltete Lernumgebungen setzt, teil. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im nächsten Jahr, war ebenfalls nach Dachau gekommen und betonte, wie wichtig es sei, die Bevölkerung in der Bildungsdiskussion „mit ins Boot zu holen“: Er verwies auf Hamburg, dort hatte eine Koalition aus Grünen und Schwarzen vor einigen Jahren versucht, ein neues Schulmodell einzuführen. Die Bevölkerung aber hatte das abgelehnt. „Es hilft nicht, wenn Grüne Schwarze zwingen, rote Ideen zu übernehmen. Die Frage ist auch immer: Was erwartet die Bevölkerung?“ Auch sei es nicht damit getan, einfach mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. „Geld ist nicht das allein seligmachende Heilversprechen.“ Ude lobte Martin Güll für seine bildungspolitischen Ideen. Güll hatte 28 Veranstaltungen in ganz Bayern besucht, um mit Bürgern über Gemeinschaftsschulen zu diskutieren: „Ich habe gelernt, dass man den Weg miteinander gestalten und das Gespräch suchen muss.“

fkr

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