Stimmung nicht verschlechtert

Billigerer Strom und weniger Bürokratie können Wirtschaft ankurbeln

Dachau - Wirtschaftspolitische Risiken dämpfen Optimismus der Unternehmen

Die IHK hat für den Konjunkturbericht zahlreiche Unternehmen in der Landeshauptstadt München sowie den umliegenden Landkreisen, darunter auch Dachau, befragt. 

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Unternehmen im Großraum München mit ihrer aktuellen Geschäftslage nur bedingt zufrieden sind. Als „gut“ bezeichneten 42 Prozent ihre Geschäftslage. Elf Prozent zeigten sich unzufrieden. Der Saldo der Geschäftslage bleibt mit 31 Punkten auf dem niedrigen Niveau vom Herbst. Damit laufen die Geschäfte aktuell deutlich schlechter an als vor zwölf Monaten. Trotz anhaltender Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft hat sich die Stimmung der Unternehmen in der Region nicht weiter verschlechtert. Zum Jahresbeginn ist der IHK-Konjunkturindex erstmals seit Herbst 2017 wieder leicht angestiegen.

Trotzdem geht die IHK davon aus, dass die Wirtschaft in der Region in diesem Jahr nur sehr verhalten wachsen wird. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Herbst 2019 seien die Aussichten der Unternehmer für die kommenden zwölf Monate allerdings nicht mehr ganz so pessimistisch. 

Das Lager der Optimisten unter den Unternehmen sei mit 19 Prozent in der Umfrage genau genauso stark wie das Lager der Pessimisten. Damit lägen die Erwartungen jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahr. Neben schwachen Wachstumsaussichten verunsichern laut Umfrageergebnis die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Unternehmen: Fast jeder zweite Betrieb (49 Prozent) sieht hier ein Risiko für das eigene Geschäft. Entsprechend passen Unternehmen ihre Investitionsplanungen an: Nur noch rund jedes fünfte will mehr investieren, im Herbst und vor einem Jahr waren es noch rund jedes vierte. 16 Prozent erklärten dagegen, ihre Investitionen zu reduzieren. Die Investitionspläne der Unternehmen sind damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2010. Bei der Beschäftigung möchten die Unternehmen im Vergleich zum Herbst wieder etwas mehr Stellen schaffen. Aktuell möchten laut Konjunkturumfrage 21 Prozent der Unternehmen zusätzliches Personal einstellen. Einen Personalabbau planen dagegen 13 Prozent. Der Fachkräftemangel ist dennoch weiterhin ein großes Thema für die regionale Wirtschaft. Er ist für 51 Prozent der Unternehmen das größte Geschäftsrisiko. 

Für 2020 sehen die Geschäftsleute unter anderem mit Sorge auf die Inlandsnachfrage, wirtschaftspolitische Hemmnisse und die Arbeitskosten. Für den Sprecher des IHK-Forums für die Region München und Vizepräsidenten der IHK, Otto Heinz, sind die Ergebnisse des Konjunkturberichts ein Weckruf für die Politik. Ein Unternehmer fordert deswegen: „Konkret müssen Steuern gesenkt, Strompreise reduziert und Bürokratie abgebaut werden.“

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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