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Ärger über Gesundheitspolitik und Fluglärm

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Moderator Tilmann Schöberl im Gespräch mit den Karlsfeldern im Bürgerhaus bei der Aufzeichnung der Sendung "Jetzt red i" © Roth

Karlsfeld - Die BR-Sendung wird am 16. Januar um 20.15 Uhr ausgestrahlt

Die Karlsfelder hatten bei der Aufzeichnung der BR-Bürgersendung „Jetzt red i“ im Bürgerhaus die Gelegenheit, ihrem Ärger Luft zu machen. Es ging um die Verkehrsbelastung, um Naturschutz, übermäßigen Fluglärm und Kinderbetreuung. Letzten Dienstag redeten sich viele Bürger der 19 000-Seelen-Gemeinde vor laufenden Kameras ihren Frust von der Seele. Die Blaskapelle Karlsfeld spielte ein letztes Musikstück, dann trat Moderator Tilmann Schöberl (Foto) ins Rampenlicht und begrüßte das Saalpublikum.

Es war voll an dem Dienstagabend im Karlsfelder Bürgerhaus. Mehrere Kamerateams des Bayerischen Fernsehens standen bereit um die Redner und die Reaktionen des Publikums zu filmen. Zuerst redete Bäckermeister Gallenmüller aus Dachau. Er beschwerte sich über die Ladenöffnungszeiten. Bäckerei-Innungsmeister Peter Denk sprach die Problematik des Handwerks und die Benachteiligung des Mittelstands bezüglich der Energiepreise an. Allgemeinarzt Wolfgang Eder forderte für Karlsfeld eine bessere Versorgung mit Fachärzten. Viele Patienten aus Karlsfeld ärgern sich über die Gesundheitspolitik der Bundesrepublik. „Wir müssen drei Stunden warten, selbst wenn wir einen Termin haben“ schimpfte eine Karlsfelderin. Bürgermeister Stefan Kolbe sagte dazu: „Die Gemeinde ist diesbezüglich unterversorgt. Wir brauchen Ärzte dort, wo auch Patienten sind“. Wesentlich für die Karlsfelder Bürger ist die Entlastung des Durchgangsverkehrs. 40000 Autos fahren täglich auf der Münchner Straße durch Karlsfeld. Verkehrsreferent Bernd Wanka forderte deshalb den Ausbau von Bus, Bahn und U-Bahn. Auch der massive Fluglärm wurde angesprochen. Bei Schönwetterlage fliegen laut Günther Kasparek alle ein bis zwei Minuten Flugzeuge mit einer sehr niedrigeren Flughöhe über Karlsfeld hinweg. Das sei kaum auszuhalten. Er forderte eine Überarbeitung der Flugrouten. Die Naturschützer fürchten, dass die Verbindung zwischen dem westlichen und dem östlichen Moos zugebaut werden könnte. Aus dem Grund verlangen sie verbindlich den Schutz des Gebietes. Die gebeutelten Kassen der Gemeinden standen auch im Fokus. Wegen dem Bau und dem Unterhalt von neuen Kinderbetreuungsplätzen werden die Kommunen besonders hoch belastet: „Da lässt uns der Bund völlig allein“ beanstandete Stefan Handl. Ein junger Mann, der gerade eine Ausbildung als Kindererzieher macht versteht nicht, dass er fünf Jahre lang für seine Ausbildung zahlen muss. „Berufsfremde oder Arbeitslose werden in einem Jahr kostenlos umgeschult“, sagte er. „Die verdienen dann das gleiche wie ich nach fünf Jahren“. Immer mehr Leute wollten noch etwas sagen, aber nach drei Stunden Aufzeichnung winkte Schöberl ab. „Jetzt nehmen wir keinen mehr dran“. Nur 45 Minuten davon werden am 16. Januar 2013 von 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

roc

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