Dachau im Bayrische Fernsehen

„Dachau - die ewige KZ-Stadt?“

+
In der Nacht vom 1. auf 2. November letzten Jahres stahlen Unbekannte in der KZ-Gedenkstätte Dachau ein schmiedeeisernes Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei”.

Dachau - In der Reihe „Jetzt mal ehrlich“ bringt das Bayrische Fernsehen am Montag, 13. April, um 20.15 Uhr, einen Beitrag mit dem Titel „Dachau - die ewige KZ-Stadt?“ Oberbürgermeister Florian Hartmann, ein Referent der KZ-Gedenkstätte, ein Anwohner und viele mehr wurden zu diesem Thema befragt.

Rund 800.000 Besucher aus aller Welt kommen jährlich zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Oft steckt ein ehrliches Interesse an der Geschichte des Holocaust dahinter, aber eben nicht immer: Die einen lassen ihre Kinder auf dem Gelände mit Plastikschaufeln Sandkasten spielen, andere fotografieren sich gegenseitig auf dem Prügelbock, Schülergruppen veranstalten Schneeballschlachten - dem Anstand und der Besucherordnung zum Trotz. Skandalöser Höhepunkt: der Diebstahl des Eingangstors mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ vor einigen Monaten - und das kurz vor dem 70. Jahrestag der Befreiung des KZ am 29. April 2015. Seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Tagestour für bizarres Ausflugsziel

Neben Neuschwanstein und dem Hofbräuhaus haben Reiseanbieter von Tagestouren immer häufiger auch die „Dachau Concentration Camp Memorial Tour“ im Angebot - das ehemalige Konzentrationslager als bizarres Ausflugsziel der besonderen Art. Kann das Gedenken an die KZ-Gräuel so überhaupt noch funktionieren? Die Moderation Vivian Perkovic ist unterwegs in einer Stadt, die teils noch immer nach dem richtigen Umgang mit der Vergangenheit sucht.

Eigene Wege zum richtigen Umgang

Schüler aus Dachau und Grafing haben ihren eigenen Weg gefunden: Sie recherchieren die Schicksale einzelner KZ-Häftlinge und widmen ihnen sogenannte Gedächtnisblätter. Andere Menschen versuchen, der Opfer zu gedenken, indem sie sich bewusst für Jobs in der Gedenkstätte bewerben. Aber Dachau ist eben nicht nur KZ.

Die Frage nach der Moral

Das finden der Bürgermeister, der Touristik-Chef und auch die, bei denen das ehemalige KZ-Gelände trotz seiner weithin sichtbaren originalen Wachtürme und Lagerzäune kein Unbehagen verursacht, etwa die Bewohner der Siedlung „Römerhain“ gleich nebenan. Oder diejenigen, die kürzlich einen Bauplatz direkt neben einem Wachturm gekauft haben. Ist das moralisch verwerflich? Und wie steht es um die Entscheidung, Flüchtlinge in ehemaligen KZ-Nutzgebäuden unterzubringen, so wie dies in Dachau und Hebertshausen der Fall ist?

red

Auch interessant:

Meistgelesen

Fahrgastinfo am Bahnhof Petershausen endlich in Betrieb
Fahrgastinfo am Bahnhof Petershausen endlich in Betrieb
18-Jähriger stirbt bei Verkehrsunfall
18-Jähriger stirbt bei Verkehrsunfall
Zwei Verletzte bei Brand in Karlsfeld
Zwei Verletzte bei Brand in Karlsfeld

Kommentare