Pioniere der Patienten-Demokratie

Bürger gestalten zukünftige Gesundheitsversorgung in Dachau aktiv mit. 

Bürgerbeirat Karlsfeld
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Auftaktveranstaltung des Bürgerbeirats in Karlsfeld.

30 zufällig ausgewählte Bürger aus allen Gemeinden, zwischen 17 bis 93 Jahren, sollen bis Juni 2022 ehrenamtlich, als Bürgerbeirat, Erfahrungen teilen und Vorschläge zur Gesundheitsversorgung vor Ort machen. 

Das Projekt „Bürgerbeteiligung im Gesundheitsbereich“ haben Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und der Bürgerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Michael Hofmann initiiert. „Der Bürgerbeirat ist ein Meilenstein in der regionalen Gesundheitsversorgung. Im Landkreis Dachau können sich Bürger ab sofort direkt einbringen und regionale Lösungsmöglichkeiten erarbeiten“, erklärte Holetschek bei der Auftaktveranstaltung des Bürgerbeirats in Karlsfeld. Das Projekt wird mit 310.000 Euro gefördert.

Bernhard Seidenath, Dachauer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Landtags-Ausschusses für Gesundheit und Pflege, nannte dies „Patienten-Demokratie“ und sagte dazu: „Angebote zur Gesundheitsförderung nützen nur dann etwas, wenn sie auch genutzt werden. Und genutzt werden sie, wenn sie bedarfsgerecht sind. Dies können am besten die Bürger selbst sagen.“

So wird bereits in einer Fragerunde von einer Petershauser Bürgerbeirätin der Ärztemangel in ihrer Gemeinde angesprochen. Ein anderer Ehrenamtlicher hofft, dass Vorschläge, die der Beirat macht, nicht „in irgendeinem Ministerium hängen bleiben“. Doch Holetschek und Hofmann versicherten: „Die Meinungen der Bürger sind wichtig und werden weiter diskutiert“. Holetschek erläuterte: „In den Kommunen liegt enormes Potential an Erfahrung, Wissen, Kontakten und Engagement, mit dem viel bewegt werden kann.“ Die gut vernetzten 57 bayerischen Gesundheitsregionenplus seien eine stabile Grundlage, um das Gesundheitswesen mit den Bürgern vor Ort weiterzudenken und es auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten vor Ort abzustimmen. Er nennt die Bürgerbeiräte „Pioniere“ und bittet sie die Probleme in den ausgewählten Themenschwerpunkten aufzuzeigen. Diese so genannten Themen-Korridore, mit denen sich die Beiräte nun fast ein Jahr beschäftigen sollen, sind „Ärztliche und therapeutische Versorgung“ sowie „Pflege.“ Direkt nach der Auftaktveranstaltung tagte der Beirat zum ersten Mal und diskutierte bereits über die hausärztliche Versorgung im Landkreis.

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