Dachau/ Fernsehdiskussion

„Jetzt red i“ wieder in Dachau

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Tilman Schöberl moderierte „Jetzt red i“ im voll besetzten ASV-Theatersaal.

Dachau - In der Bürgersendung diskutierten Bürger und Politiker Probleme der bayerischen Familienpolitik.

„Wir melden uns heute aus Oberbayern mit einem Thema, das wirklich allen etwas angeht.“ Mit diesen Worten begrüßte BR-Moderator Tilmann Schöberl vergangene Woche die Zuschauer bei „Jetzt red i“. Das Besondere: Die Sendung wurde live aus dem ASV-Theatersaal übertragen. Dort diskutierten Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) und Bayern-SPD-Chefin Natascha Kohnen mit dem Publikum über fehlende Kita-Plätze und Erzieher in Bayern. Dass das Thema mit vielen Emotionen verknüpft ist, zeigte der erste Beitrag einer alleinerziehenden Mutter. Sie kämpfte mit den Tränen, als sie schilderte, dass die Tagesstätte für ihre Kinder künftig um 16 Uhr schließt. „Das schafft man als Arbeitnehmer nicht“, sagte sie. Ein anderer Mann, der im Schichtdienst arbeitet, forderte eine Betreuung auch nachts und am Wochenende. Doch: „Für eine Rundum-Betreuung haben wir die Kräfte nicht“, so Schreyer. Die Randzeiten sollten aber ausgeweitet werden, versprach sie. Auch in Dachau ist der Fachkräftemangel ein Problem, wie Bürgermeister Florian Hartmann (SPD) erklärte. „Wir haben Gruppen, die wir nicht öffnen können, weil wir kein Personal haben.“ Die Bewerbung um einen Kita-Platz ähnle deswegen inzwischen der Bewerbung um eine Wohnung. – und hat man dann eine Betreuung ergattert, stehe man mit dem Schulbeginn vor dem gleichen Problem wieder, berichteten Eltern. Als Lösung forderten sowohl Schreyer als auch Kohnen eine bessere Bezahlung für Erzieher. Nicht so einige waren sie sich bei dem bayerischen Familiengeld. Während Schreyer die Leistung verteidigte, sprach sich Kohnen dagegen aus, „willkürlich“ Geld an alle zu verteilen. Einige Jobcenter – darunter das Dachauer – müssen die Leistung zudem aufgrund eines Streits zwischen Bayern und dem Bund auf Hartz IV anrechnen. Einen anderen Punkt brachte Dagmar Böhme, Leiterin einer Kindertagesstätte, ein: Sie nahm auch die Wirtschaft in die Pflicht. „Kinder sind bis zu neun Stunden in der Kita“, erklärte sie. „Das ist nicht immer kinderfreundlich.“ Ihre Forderung: „Familien müssen wieder Familie leben können.“

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

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