Pellheim/Bürgerversammlung

Zu schlechte Verkehrsanbindung

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Pellheimer Bürger konnten sich direkt bei Oberbürgermeister Hartmann erkundigen, beschweren oder Wünsche äußern.
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Arne Bauer
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Bernhard Metz beschäftigte das Windrad.
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Georg Liegsalz, Pullhausen
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Maria Glas
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Peter Ring, Landwirt
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Wolfgang Roth ärgerte sich über den Busfahrplan.

Dachau -  Rund 50 Besucher diskutierten in der Bürgerversammlung über städtische Probleme die Pellheim und umliegende Orte betreffen.

Der Ärger der Bürger war groß über die unzureichende Anbindung von Pellheim und der Ortsteile Pullhausen, Assenhausen, Viehhausen und Lohfeld an den öffentlichen Nahverkehr. Doch auch der zunehmende Straßenverkehr, der Frust mit den städtischen Bussen, das Windrad im Sigmertshauser Holz, Blühflächen zur Rettung der Insekten und unsachgemäßer Baumschnitt waren Themen mit denen die rund 50 Besucher der Bürgerversammlung im Gasthaus Liegsalz in Pellheim Oberbürgermeister Florian Hartmann konfrontierten. Die Planungen zum Bau eines Windrades im Sigmertshauser Holz sind gestoppt, erklärte Hartmann. Bei Vogelbeobachtungen wurde festgestellt, dass dort Wespenbussarde heimisch sind. Deswegen wurde der Bau nicht genehmigt. Bernhard Metz fragte nach, ob es einen alternativen Standort für ein Windrad gäbe. „Wir konzentrieren uns nicht mehr auf Windräder. Die Stadtwerke Dachau wollen jetzt Freiflächen-Photovoltaikanlagen entwickeln, denn wir müssen Strom aus erneuerbaren Quellen bereit stellen, damit die Energiewende gelingt“, führte Hartmann aus. Unternehmer Arne Bauer fragte nach, wie es mit dem starken Verkehrsaufkommen weitergehen soll, vor allem wenn das MD-Gelände ausgebaut wird. Hartmann warnte vor überzogenen Erwartungen. Verbessern werde sich die Verkehrssituation nicht so schnell. Am besten wäre es, den öffentlichen Nahverkehr zu nützen oder mit dem Rad zu fahren. Mit der Nordumfahrt und der Südumfahrt würden derzeit zwei Varianten verglichen. Da die südliche und kürzere die gleiche Entlastung bringen würde, hätte sich der Landkreis dafür entschieden. Derzeit prüfe der Freistaat Bayern auch die Ostumfahrung. Doch dazu müssten erst die Autobahnanschlussstelle A 92, die B 471 und die Schleißheimer Straße dreispurig ausgebaut werden. Das würde dauern. Bauer wollte zudem wissen weshalb neuerdings die Tragfähigkeit der Brücke in Pullhausen auf 15 Tonnen reduziert wurde. 

In seinem Abbruchunternehmen würden Lastwagen bis zu 60 Tonnen fahren. Jetzt müsse er mit seinen Schwerlastern immer einen Umweg durch Pellheim nehmen. Das belaste dort aber die Anwohner. Hartmann versprach eine Antwort per Brief. Auf die Frage des Unternehmers wie es mit Gewerbegrundstücken aussehe, damit er künftig auch in Dachau bleiben könne, erklärte Hartmann, dass für den Stadtrat die Gewerbesteuer und qualifizierte Arbeitsplätze ein wichtiges Kriterium wären um Unternehmen anzusiedeln. Landwirt Peter Ring aus Pellheim sah es nicht ein, dass nur Bauern in die Pflicht genommen werden, wenn es um die Rettung der Insekten geht. Er forderte die Stadt Dachau und auch Privatgrundeigentümer auf selbst Blühflächen anzulegen. „Wo es sinnvoll ist machen wir es schon“, sagte OB Hartmann und verwies auf Stadtgärtner Stefan Tischner, der entlang von Straßen oder auf Flächen die nicht mehr verpachtet sind Blühwiesen angelegt hätte. Maria Glas war sehr verärgert darüber, dass der Zwetschgenbaum im Pellheimer Kindergarten und auch andere Obstgehölze falsch geschnitten würden. „Und das jedes Jahr wieder. Die Mitarbeiter sollten mal eine Schulung machen“, sagte sie. 

Hartmann ließ auf die städtischen Arbeiter nichts kommen, versprach aber die Angelegenheit abzuklären. Georg Liegsalz aus Pullhausen beschwerte sich, dass das Anrufsammeltaxi zu selten fahre. Wo es doch das einzige Verkehrsmittel für die Dörfer im öffentlichen Nahverkehr sei. „In Dachau wird alles noch schneller ausgebaut“, schimpfte er, „doch bei uns passiert nichts. Sogar die AST-Taxis werden zusammengestrichen.“ Leider hätten sich nicht genügend AST-Unternehmen gefunden, die auf der Strecke fahren wollen erklärte Hartmann. Wolfgang Roth ärgerte sich über den Busfahrplan in Dachau. „Wenn ich mit der S-Bahn aus München komme, dann sehe ich schon wie mein Bus abfährt. Könnte das nicht so geregelt werden, dass die Busse auf die S-Bahn warten?“ Das gehe nicht, erläuterte Hartmann, denn der Busfahrplan sei ein sehr ausgeklügeltes System. Das würde nur besser werden, wenn die städtischen Busse im Zehn-Minuten-Takt fahren könnten. Doch dazu bräuchte es einen größeren Busbahnhof. Leider würde sich die Bahn querstellen und ihre Flächen lieber mit Einzelhandelsgeschäften bebauen, anstatt der Stadt einen größeren Busbahnhof zu genehmigen.

roc

Quelle: Dachauer Rundschau

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