Haimhausener Bürgerversammlung beschäftigt rund 200 Leute.

Zur Bürgerversammlung in Haimhausen kamen rund 200 Leute

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Fast alle Wortbeiträge der Bürger bezogen sich auf den Verbrauchermarkt. Während sich die einen wegen der Flächenversiegelung sorgten, plädierten die anderen für eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort.

Haimhausen - Verbrauchermarkt beschäftigt die Bürger.

Die Haimhauser beschäftigt vor allem eine Frage: Soll am Kramer Kreuz ein neuer Verbrauchermarkt gebaut werden? Das zeigte sich bei der Bürgerversammlung, zu der rund 200 Leute gekommen waren. Die Gemeinde hätte 20 verschiedene Standorte geprüft, übrig geblieben sei nur das Kramer Kreuz, erklärte Bürgermeister Peter Felbermeier: „Im Moment haben wir nur diese Alternative“, sagte er. „Ob das in ein paar Jahren anders ist, wissen wir nicht.“Edeka und das Allgäuer Unternehmen Feneberg hätten Interesse, den Markt zu betreiben. Wer den Zuschlag bekommt, würde sich in den Vertragsverhandlungen entscheiden, das letzte Wort hätte der Grundstückseigentümer. Felbermeier gab zu Bedenken, dass es ohne den Bau keine Einkaufsmöglichkeit mehr in der Gemeinde geben würde. Andererseits hätte das Projekt womöglich weitreichende Folgen. „Damit haben wir einen Fuß in einer Bebauung am Brunnenfeld“, erklärte er. Wie die Auswirkungen auf dieLärm- und Verkehrsbelastung sind, erläuterten der Verkehrsfachplaner Christian Fahnberg und der Emmissionssachverständige Andreas Kottermair. Eine Nutzung zur Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr würde es nicht geben, so Kottermair. Seine Einschätzung: „Der Markt wäre gut zu verwirklichen.“ Bedenken wegen der Lärmbelastung hat er nicht. Auch die verkehrlichen Wirkungen seien „nicht dramatisch“, so Fahnberg. Bei seinen Berechnungen ist er von täglich 750 Kunden ausgegangen, die zu 80 Prozent mit dem Auto kommen. „Aber eine nicht unerhebliche Menge der Fahrzeuge fährt sowieso schon vorbei“, sagte er. Die Münchner Straße und die Alleestraße seien „ausreichend leistungsfähig“. Auch fast alle Wortbeiträge der Bürger bezogen sich auf den Verbrauchermarkt. Während sich die einen wegen der Flächenversiegelung sorgten, plädierten die anderen für eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort. „Wir sind eine wohlversorgte Gemeinde, was zum Beispiel die Ärzte angeht“, sagte Helmuth Greiner. „Die Frage ist nur, ob wir in Zukunft auch noch etwas kaufen können.“ Weil der Markt etwas außerhalb liegen würde, sorgt sich Günther Groll um die Senioren. „Wäre es möglich, eine Fahrmöglichkeit für ältere Leute einzuführen?“, fragte er. Der Bürgermeister könnte sich das vorstellen: „Es wird Alternativen geben, damit auch nicht mobile Bürger dort hinkommen“, erklärte er. 

Viele Haimhauser wünschen sich trotzdem auch künftig eine Einkaufsmöglichkeit im Zentrum. „Hoffentlich verbauen wir uns mit einem Lebensmittelmarkt nicht die Möglichkeit, dass ein Bäcker, Metzger oder Bioladen in die Ortsmitte kommt“, gab Irene Ertl zu Bedenken. Dort hätte aber kein Betreiber Interesse gehabt, einen Markt zu eröffnen, so Felbermeier. Norbert Riedel dagegen würde gerne den Flächenfraß verringern. Seine Idee: „Man könnte das Gebäude überbauen“, schlug er vor. Doch auch die Idee einer höheren Bebauung ist umstritten – hier gab es ebenfalls sowohl Zustimmung als auch Abstimmung. Letztlich müssen die Haimhauser sowieso erst entscheiden, ob die Gemeinde überhaupt Baurecht für einen Verbrauchermarkt schaffen soll. Die Abstimmung findet mit der Europawahl am Sonntag, 26. Mai, statt.

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

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