Bürgerversammlung Pellheim

Windrad-Gegner wurden leiser

Dachau - Bei der eher wenig besuchten Pellheimer Bürgerversammlung ging es ruhig zu, aber der Standort des Windrads im Sigmertshauser Holz bleibt bei einigen Bürgern umstritten.

Die Windrad-Gegner in Pellheim wurden leiser. Zumindest machte es den Anschein in der Bürgerversammlung für Pellheim. Wo im vergangenen Jahr noch zusätzliche Stühle hinzugeholt wurden, waren am Dienstagabend im Gasthaus Ligsalz mit rund 40 Besuchern noch Plätze frei. Doch gab es die eine oder andere Wortmeldung – auch zum Windrad. Oberbürgermeister Florian Hartmann fasste innerhalb seiner 30-minütigen Rede über Vergangenes und zukünftige Pläne in der Stadt den aktuellen Stand zum geplanten Windrad der Stadtwerke zusammen: Der Standort im Sigmertshauser Holz sei laut einem Ingenieurbüro weiterhin ideal hinsichtlich Häufigkeit, Richtung und Intensität des Windes, was auf eine hohe Wirtschaftlichkeit des Windrades schließen lässt. Der Anschluss an das Stromnetz sei leicht und umweltverträglich möglich, denn in nur 300 Metern Entfernung führe eine Leitung mit Mittelspannung vorbei. Die Ängste der Pellheimer vor Schall und Schatten konnte der TÜV Süd in umfangreichen Untersuchungen weitestgehend entkräften. Denn laut Gutachten hält das Windrad in den angrenzenden Wohngebieten alle gesetzlich vorgegebenen Schall-Grenzwerte ein – „und zwar ganz deutlich“, wie Hartmann betonte. Zur Zeit der Sommersonnenwende im Juni könnte es aufgrund des Sonnenstandes zwar vereinzelt zu Schattenwurf auf den Ortsteil Viehhausen kommen, aber „ein modernes Windrad erkennt unerwünschte Schattenbildung und schaltet sich dann ab“, beruhigte Hartmann. Bei der Vogelkartierung wurden Brut- und Flugverhalten der Vögel aufgezeichnet. Die Zentrale Erkenntnis: „Es gibt keinen eindeutigen Horstnachweis, und die Flugbewegungen liegen im unkritischen Bereich“, sagte Hartmann. Zur Absicherung erfolge in diesem Jahr eine erneute Horstsuche und Evaluierung der Flugbewegungen des Wespenbussards. „Im Moment also grünes Licht von allen fachlichen Seiten“, fasste Hartmann den Stand zusammen. Als nächstes ist der Abschluss der Genehmigungsplanung angepeilt. Am Ende appellierte er „die Energiewende geht uns alle an. Lassen Sie uns daher gemeinsam und in konstruktiven Dialog diesen Weg hin zu umweltfreundlicher Energiegewinnung vor der Haustür beschreiten“. Dazu hatte schließlich nur noch Martina Kreitmair, Bewohnerin von Viehhausen, etwas zu sagen. Sie wollte wissen, ob es denn Alternativ-Standorte für ein Windrad gäbe, falls die weitere Prüfung der Vogel-Experten ergeben würde, dass dort nun doch kein Windrad gebaut werden dürfe. Stadtwerkechef Gerald Nübel sagte dazu: „Ich kann nur jedem Bürgermeister nahe legen, sich mit uns zusammen zu setzen, um solche Grundstücke zu erarbeiten.“ Die erste und wohl längste Wortmeldung hatte jedoch Bernhard Hetz, der gleich das Pult des Oberbürgermeisters beschlagnahmte. Er kam auf solch grundlegenden Probleme zu sprechen, dass es in den Stuhlreihen unruhig wurde. Hetz ging es um Bewohnerwachstum, Pendler, Gewerbesteuereinahmen, Arbeitsplätze vor Ort, Gewerbeflächenausweisung und die Gestaltung dieser Flächen. Der Oberbürgermeister versicherte, dass die Stadträte dabei sind, Gewerbegebiete auszuweisen. Georg Ligsalz monierte, dass kaum ein Anruf-Sammel-Taxi mehr fahre und fragte, wann wieder eine Alternativ-Verbindung für Pellheimer geschaffen werde, da sie völlig abgeschnitten seien. Gerald Nübel erklärte: „Die Taxler wollen das Sammel-Taxi nicht mehr machen. Aktuell gibt es drei bis vier, die dazu bereit wären, aber das ist zu wenig.“ Er sowie Hartmann versicherten aber, dass aktuell ein Nahverkehrsplan von der Stadt und dem Landkreis erarbeitet werde. Wie die zukünftige Versorgung für Pellheim aussehen wird, könne jetzt aber noch nicht gesagt werden.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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