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Corona im Wirtschaftsraum Dachau

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Blick von oben auf Dachau
Corona wirkt sich auf das wirtschaftliche Leben im Landkreis Dachau nicht überall so schlimm aus, wie von manchen befürchtet. © pri

Neben all den gesundheitlichen und sozialen Problemen wirkt sich Corona auch auf das wirtschaftliche Leben im Landkreis Dachau aus, allerdings teilweise nicht so schlimm wie von manchen befürchtet. 

Das zeigen die Regionsdaten des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV), zu dem neben Stadt und Landkreis München die Kreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg am Lech gehören.

Die gute Nachricht für den Landkreis: Die Zahl der Arbeitslosen ist 2020 zwar gestiegen, bewegt sich aber immer noch auf niedrigem Niveau. Während im Landkreis Dachau im Januar 2020, also noch vor der Pandemie, 2111 Personen arbeitslos gemeldet waren, waren es im Januar 2021 2990 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg von sehr niedrigen 2,3 Prozent (Januar 2020) auf 3,3 Prozent (Januar 2021). Jedoch sind auch im Laufe des Jahres viele Menschen in Stadt und Landkreis in Kurzarbeit geschickt worden. Waren es im Februar noch 305 Personen, (Quote 0,7 Prozent), stieg diese Zahl sprunghaft an und erreichte im April mit 8757 ihren Höhepunkt. Damit waren im April 2020 fast 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit. Im August 2020 fiel diese Quote jedoch wieder auf 7,1 Prozent.

Fast gar nicht spürbar ist die Coronakrise bei den Insolvenzanträgen von im Landkreis Dachau ansässigen Unternehmen, ihre Zahl ist im Jahr 2020 sogar im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen und befindet sich auf Monatsebene weiterhin im einsteiligen Bereich. So gab es im Dezember 2020 sieben Insolvenzanmeldungen (Vorjahr acht), im August 2020 waren es nur zwei (Vorjahr neun). Allerdings weist der Planungsverband darauf hin, dass die Bundesregierung zur Abmilderung der Coronafolgen nicht nur zahlreiche Hilfsprogramme gestartet, sondern auch die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt habe.

Nichtsdestotrotz ging im Landkreis Dachau die Zahl der Gewerbeanmeldungen deutlich zurück. Überraschenderweise liegen sie jedoch im Jahresschnitt nicht über den Werten des Vorjahres. Der Planungsverband geht davon aus, dass Gewerbetreibende zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarteten, bevor sie ein Gewerbe an- oder abmelden. Sehr starke Einbrüche bei den Übernachtungszahlen gab es jedoch für die Beherbergungsbetriebe im Landkreis Dachau. So übernachten im Sommer (Juni und Juli 2020) nur halb so viele Gäste in Stadt und Landkreis wie im Vorjahr, im April waren es sogar nur etwa 30 Prozent der Vorjahresübernachtungen. Auch im Herbst und Winter 2020 blieben die Übernachtungszahlen stets unter der 60-Prozentmarke im Vergleich zum Vorjahr.

Darunter leiden nicht nur die durch die Lockdowns sowieso schon stark gebeutelte Gastronomie- und Hotellerie-Branchen, sondern zum Beispiel auch Kulturanbieter und Gästeführer.

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