Der Waldwasserläufer kommt zu den Zugzeiten und im Winter

Watvogel zu Gast im Dachauer Ampertal

Der Waldwasserläufer im Sumpf.
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Ampertaler des Monats: der Waldwasserläufer

Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck (gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirk Oberbayern) stellt jeden Monat einen „echten Ureinwohner“ vor.

Eigentlich ist der Waldwasserläufer gar kein waschechter Ampertaler, denn der unscheinbare Vogel brütet nicht hier am Fluss. Zu den Zugzeiten und während der Wintermonate hat das Natura 2000-Gebiet Ampertal mit seinen Feuchtflächen, Gräben und Altwässern aber eine wichtige Bedeutung für diesen gefiederten Gast.

Als Brutvogel findet man den Waldwasserläufer in Bayern vor allem in den ausgedehnten Waldgebieten im Nordosten des Freistaates. Hier besiedelt er Wälder mit hoher Bodenfeuchte, Wasserläufen, Teichen und anderen Gewässern. Dabei brütet er nicht wie andere Schnepfenvögel am Boden, sondern bedient sich alter Nester von Drosseln oder anderen Arten, um hier seine Eier abzulegen. Viele Waldwasserläufer treten jedes Jahr die lange Reise nach Afrika an, aber manche überwintern auch in Westeuropa oder eben sogar bei uns im Ampertal. Als Watvogel sucht er seine Nahrung bevorzugt in flachen Uferbereichen, auf Schlick- und Sandbänken oder überfluteten Flächen. Dabei kommen ihm seine Stelzenbeine und der lange Schnabel sehr gelegen. Insektenlarven, Würmer, Krebstiere und kleine Fische stehen bevorzugt auf seinem Speiseplan.

Entlang der Amper findet man den Waldwasserläufer vor allem zu den Zugzeiten zwischen März und Mai sowie bereits wieder ab Juni. Einzelne Vögel überwintern auch bei uns, weshalb man die Art fast ganzjährig beobachten kann. Da Waldwasserläufer sehr scheu sind, bekommt man sie jedoch meist nur für einen kurzen Moment zu Gesicht. Denn sofort erheben sie sich bei Gefahr mit einem aufgeregten „PLÜIT-TUIT-TUIT“ in die Luft und suchen das Weite. Dabei fällt meist die auffällig weiße Schwanzoberseite ins Auge.

Wie viele andere Brut- und Zugvögel benötigt also auch der Waldwasserläufer ruhige Gebiete, in welchen er ungestört seinem „Tagesgeschäft“ nachgehen kann. Besonders hohe Bedeutung hat dies vor allem für Überwinterer, da in der kalten Jahreszeit der Energiebedarf hoch und die Nahrung vergleichsweise rar gesät ist. Deshalb gilt es, die Amperauen mit ihren vielfältigen Feuchtgebieten auch in Zukunft zu erhalten und ihren Bewohnern durch verantwortungsbewusstes Verhalten ausreichend Rückzugsräume zu bieten.

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