Tiny Houses keine Alternative

Keine städtische Flächen für Minihäuser in Dachau

Ein Minihaus im Wald
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Ausschuss lehnt städtische Flächen für Minihäuser ab.

Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verstädterung – der gesellschaftliche Wandel verlangt ein Umdenken. Eine mögliche Antwort liefert die Tiny-Haus Bewegung, die nun auch in Dachau angekommen ist: Minihäuser zwischen 30 und 45 Quadratmeter Wohnfläche, die auf Rädern stehen oder einen festen Platz haben, sollen das Stadtbild ergänzen. 

So wünschen es sich die Freien Wähler, die dazu einen Antrag im Stadtrat vorgelegt hatten. In einer Sitzung wurde darüber diskutiert, ob die Stadt sogenannte „Rest-Flächen“ mit geringer Größe zur Errichtung von Tiny-Häusern freigeben soll und den städtischen Wohnungsbau um diese Wohnform ergänzen soll. Somit würde auf den Anstieg der Mietpreise und den Druck am Wohnungsmarkt reagiert werden, argumentieren die Freien Wähler.

Die Befürworter loben die Mini-Häuser als eine Wohnform, die dem Zeitgeist entspräche. In der Anschaffung seien sie günstig, genauso im Unterhalt. Der ökologische Fingerabdruck fiele gering aus, weil viele Bewohner ihre Strom-Wasser-Gewinnung häufig autark regeln und durch den kleinen Wohnraum, weniger Dinge anschafften. Somit bekämen mehr Menschen die Möglichkeit, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen und am Klimaschutz mitzuwirken. Markus Kellerer (AfD) sah in den Minihäusern eine Möglichkeit für ländliche Kommunen und erinnerte an Peter Lustigs Sendung Löwenzahn. Eine Alternative für Dachau sehe er nicht. Sören Schneider (SPD) fügte an, dass es jenen Personen, die Platz auf ihren privaten Grundstücken hätten und die geforderten Abstandsregelungen einhielten, möglich sein sollte, ein Tiny House zu errichten. Dennoch betonte er: „Für die SPD passt es nicht, städtische Grundstücke zur Verfügung zu stellen“. Gertrud Schmidt-Podolzky (CSU) stimmte Schneider zu und betonte die Ansicht ihrer Fraktion: „Dem Antrag kann man heute in Mitteleuropa in keiner Weise zustimmen.“

Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt, da die Zweifel an dieser Wohnform überwogen: es würde weniger Fläche als mit Mehrfamilienhäusern gespart werden, obwohl die einzelne Person weniger Wohnfläche in Anspruch nehme. Im Fazit der fachlichen Stellunahme aus den Abteilungen Stadtplanung, Bauordnung und Hochbau gelten Minihäuser nicht als „sinnvolle Alternative zum Geschosswohnungsbau“. Es wurde jedoch angedacht, das Errichten von Minihäusern auf Rädern unter besonderen Umständen zu ermöglichen: die zusätzliche Versorgung mit Strom, Wasser und Kanalanschluss müsse sichergestellt werden, die Anforderungen der Bayrischen Bauordnung eingehalten. Die Zwischennutzung könnte auf zeitweise ungenutzten, temporär beschränkten und erschlossenen Flächen mit entsprechendem Baurecht erfolgen. Die Stadtbau GmbH könne die Tiny-Häuser nicht fördern, da sie zu klein sind und zu viel Fläche verbrauchen. Stadtbau habe den Auftrag, sozialen Wohnungsbau voranzubringen.

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