Zweite Spritze gegen Corona

Hotline im Impfzentrum Dachau überlastet

Hort Oschmann wird von einer Ärztin geimpft.
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Horst Oschmann (Foto), der 91-Jährige Dachauer, war einer der ersten im Landkreis Dachau, der gegen Corona geimpft wurde.

Dachaus ältere Bürger sind von einer Online-Registrierung überfordert...

Horst Oschmann (Foto), der 91-Jährige Dachauer, war einer der ersten im Landkreis Dachau, der gegen Corona geimpft wurde. Am vergangenen Sontag, 21 Tage nach Impfstart, erhielt er im Dachauer Impfzentrum zusammen mit 20 weiteren „Impflingen“ eine zweite Dosis. Er habe keine Probleme oder gar Nebenwirkungen gehabt, erzählte er und freute sich auf die zweite Impfrunde die ihn dann langfristig vor dem Virus schützen soll. Den zweiten Impftermin nutzten Verantwortliche für einen Appell sowie dazu um die letzten Tage zu reflektieren und einen Blick auf die nächsten Monate zu riskieren. Die Rückmeldung von Oschmann decke sich laut Versorgungsarzt Christian Günzel mit den anderen: „Wir haben sehr wenige Hinweise zu Nebenwirkungen erhalten, und wenn, waren alle im normalen Rahmen“, sagte er bei der Pressekonferenz. Deshalb glaubt auch Alexander von Freyburg, Oberarzt der Notaufnahme am Dachauer Klinikum, dass die Impfbereitschaft nun nach und nach steigen werde. „1.500 Landkreis-Bürger haben nun schon ihre Impfung bekommen“, berichtete Landrat Stefan Löwl und wusste: „Es gibt auch 4.000 Impf-Berechtigte, die noch keine bekommen haben“. Er sei sich bewusst darüber, dass Personen, die bisher keinen Impftermin bekommen haben, unglücklich sind.

Vor allem machen die Engpässe der Impfdosen-Lieferung es den Verantwortlichen schwer. So könnten auch nächste Woche keine neuen Impf-Termine vergeben werden. Doch der Landrat zeigte sich optimistisch: „Mitte Februar kann es wohl richtig losgehen, mit etwa 1.000 Impfungen pro Woche.“ Zudem appellierte er: „Interessierte sollten sich online registrieren. Sie werden erfasst und erhalten ihre Daten sowie einen Impftermin.“ Zudem teilte er mit, dass die über 80-Jährigen nochmals postalisch angeschrieben werden. Die Hotline des Impfzentrums wäre in der Vergangenheit oft überlastet gewesen: „Es standen viele betagte Bürger vor der Tür und haben gefragt, ob wir ihnen helfen können, weil sie keine eigene E-Mail-Adresse für die Online-Registrierung haben und am Telefon nicht durchkamen“, erzählte BRK-Kreischef Paul Polyfka. In den letzten drei Werktagen sind über 6.000 Anrufe eingegangen. „Wir schaffen unmöglich, das abzuarbeiten“, gab er zu und wies deshalb eindringlich darauf hin, dass diese Hotline ausschließlich von älteren Bürgern ohne Internet genutzt werden sollte. Immerhin wurden in den letzten Tagen weitere Mitarbeiter für das Impfzentrum eingestellt.

Seien die Impfstoffe einmal zuverlässig verfügbar, plane er mittelfristig eine Impfung in zwei Schichten: vormittags Erst-Impfungen und nachmittags Zweitimpfungen. Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath (CSU) versichert, dass sich alle bemühen, schnellstmöglich mehr Impfdosen zu beschaffen. Hoffnung setze er auf die Impfstoffe weiterer Hersteller, deren Zulassungen gerade geprüft werden.

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