Dachauer Landrats-Herausforderer unter sich

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Viele Besucher der Podiumsdiskussion der Landrats-Herausforderer, organisiert vom Bündnis für Dachau, kamen aus den verschiedenen politischen Gruppierungen und Parteien.

Dachau - Stefan Löwl musste aus Termingründen bei Bündnis-für-Dachau-Befragung passen

Das Bündnis für Dachau tritt bei der Kommunalwahl am 15. März erstmals im ganzen Landkreis Dachau an, allerdings ohne eigenen Landratskandidaten. Deshalb befragte es alle Kandidaten im Kleinberghofener „Freudenhaus“. 

Nur Landrat Stefan Löwl (CSU) sagte aus Termingründen ab. Zu den sechs Themenfeldern Wohnungsbau, Verkehr, Naturschutz, Energie, Krankenhaus und Kreisfinanzen stellten Bündnis-Mitglieder den Landratskandidaten Fragen. Zur Bewältigung der Wohnungssituation im Landkreis will Achim Liebl (Bündnis 90/Die Grünen) sozialen Wohnraum über die Wohnungsbaugesellschaft mbH im Landkreis Dachau generieren, aber auch eine Wohnungstauschbörse schaffen. Hohe Bodenpreise möchte Dagmar Wagner (Freie Wähler) mit mehr Erbpacht eindämmen. 

Sozialen Folgekosten vor einer Baugenehmigung zur berücksichtigen, forderte Hauke Stöwsand (ÖDP). Beim Verkehr waren sich alle einig, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) müsse wesentlich verbessert werden. Doch dürfe man den ÖPNV nicht nur bis Dachau und Karlsfeld denken, so Wagner. Liebl mahnte, der ÖPNV sei eine freiwillige Aufgabe des Landkreises und erfordere erst einmal hohe Investitionskosten, bis sich die Bürger von einem guten ÖPNV-Angebot zum Umstieg verleiten ließen. Nur Sebastian Leiß (Freie Wähler Dachau) trat für die Nordostumfahrung Dachaus ein. Der Bürger Gerhart Weber (CSU) vermisste Aussagen, wie sich Verkehr durch durchdachtere Planung vermeiden lasse. Freie Flächen sind laut Dagmar Wagner ein Juwel und die Landwirtschaft die einzige Branche, die Kohlendioxyd (CO2) binde. 

Hauke Stöwsand forderte, die Flussläufe von Glonn und Amper zu renaturieren und die vorhandenen Waldränder zu vernetzen. Mit Genossenschaftsmodellen will Hubert Böck (SPD) die Widerstände gegen Photovoltaikflächen und Windräder vermindern. Wegen der Energiewende auch beim Verkehr mit mehr Elektroautos werde es, so Jonathan Westermeier (Die Linke / Die Partei), in den nächsten Jahren einen erhöhten Energiebedarf geben. Die Fernwärme auszubauen verlangte Leiß. Keine Chance für den Rückkauf der ehemaligen Kreiskliniken (Amper-Kliniken) sahen fast alle Kandidaten. „Einen Rückkauf können wir definitiv nicht stemmen“, sagte Achim Liebl. Lediglich Westermeier meinte, dieses Ziel müsse zumindest langfristig angepeilt werden. Wagner hofft, wenigstens Teile zurückkaufen zu können. 

Den 30-prozentigen Personalzuwachs im Landratsamt bei nur fünf Prozent mehr Bürgern brandmarkte Leiß. Bis 2030 sei ein Schuldenstand wie vor dem Verkauf der Kreiskliniken zu erwarten. Dabei sei das neue Landratsamt noch gar nicht eingepreist. Hubert Böck hätte das am liebsten in der Breitenau gesehen, was jedoch Bergkirchen ablehnte. Laut Liebl hat der Landkreis nur die Wahl, zwischen höherer Kreisumlage, mehr Schulden oder nicht alles zu finanzieren.

srd

Quelle: Dachauer Rundschau

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