Altstadt testweise Einbahnstraße

Autos werden ab September in eine Richtung auf dem Dachauer Altstadtberg fahren

Die Dachauer Altstadt
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Der Verkehr in der Altstadt wird für eine Testphase von einem Jahr in nur eine Richtung fahren, ausgenommen werden Busse und Radfahrer.

Die Altstadt soll für Schulkinder sicherer, für Anwohner ruhiger und für Besucher attraktiver werden. Der Weg zu diesen Zielen soll nun über eine Einbahnstraßenregelung führen. So haben es die Stadträte des Umwelt-und Verkehrsausschusses in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. 

Der Vorstoß dazu kam aus der CDU-Fraktion von Peter Strauch. Das Ergebnis der letzlich knappen Abstimmung: Autos werden ab September in eine Richtung auf dem Altstadtberg fahren: vom MD-Gelände zur Bäckerei Wörmann. Die Einbahnstraße fängt in der Konrad-Adenauer-Straße, Höhe Ludwig-Thoma-Straße an und endet in der Augsburger Straße mit der Kreuzung zur Brucker Straße.

Das Ganze ist der zweite Versuch, denn 2003 gab es bereits einmal einen Probebetrieb. Dieser wurde damals auf Drängen von Ladenbesitzern und Geschäftsleuten nach sechs Monaten eingestellt. Jetzt stützen die Ergebnisse einer Bürgerbefragung das Vorhaben. 59 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Einbahnregelung aus. Auch die Polizei befürwortet die Einführung einer Einbahnstraße. Die 36 Prozent der Gegner befürchten, dass der Verkehr auf andere Straßen, besonders die Wieninger Straße ausweichen würde.

Zum Haupt-Streitpunkt entwickelte sich die Frage, ob die Busse von der Einbahnregelung ausgenommen werden sollten oder nicht. Hartmann sprach sich dafür aus und erinnerte an die Attraktivität der Ringlinen für alle Bürger auch außerhalb der Altstadt. Eine Umstellung der Buslinienführung verursache Kosten, in denen auch Robert Haimerl von den Stadtwerken ein Hindernis sah. Er verwies auf Absprachen mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern, die die Stadt verpflichteten, Änderungen in der Kostenzusammensetzung abzusprechen.

Thomas Kreß (Grüne) begrüßte, dass der Autoverkehr nur in eine Richtung fahren solle. Auf diesem Weg entstünde mehr Platz auf der Straße. Er schlug vor, die Radfahrer von der Einbahnregelung zu entbinden.

Peter Strauch (CDU) beharrte, zusammen mit Fraktionskollege August Haas, trotzdem auf seiner sogenannten umfassenden Lösung: Busse müssten der Einbahnregelung folgen, andere Routen geplant und die Fahrpläne zum nächstmöglichen Zeitpunkt angepasst werden. Norbert Winter (Bürger für Dachau) bat Haimerl um eine Einschätzung, wie viel Zeit für die Umstellung benötigt würde, da auch er die Busse in eine Richtung fahren sehen wolle.

Koch verwies auf andere Städte, wie Hof, in denen Busse ohne Probleme entgegen der Einbahnreglung fahren dürften. Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) unterstütze ihn und erklärte, dass eine Umstellung dazu kurzfristig käme. Ziel solle bleiben, mehr Ruhe für die Anwohner zu schaffen und die Testphase von zwölf Monaten zu nutzen.

Die Stadträte stimmten nach dem Hin und Her mit knapper Mehrheit von acht zu sechs für den Beschluss.

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