Ausbildungsbeginn zu Corona-Zeiten

Die Zahl der Lehrstellen im Landkreis Dachau ist nur leicht rückläufig

Junge Frauen und Männer, die sich  für eine soziale Ausbildung im Franziskuswerk Schönbrunn entschieden haben
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50 Frauen und Männer entschieden sich heuer für eine soziale Ausbildung im Franziskuswerk Schönbrunn.

Mit Beginn des Herbstes starteten Jugendliche aus dem Dachauer Landkreis in ihr Berufsleben.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe war in den letzten Monaten weiterhin hoch. Die Zahl der Ausbildungsstellen, die im Berufsberatungsjahr 2019/2020 bei der Arbeitsagentur gemeldet wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr nur leicht rückläufig“, erklärte Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising/Dachau. Auf Seiten der Jugendlichen gäbe es ebenfalls Positives zu vermelden: Fast alle Jugendliche, die sich bei uns zur Berufsberatung anmeldeten, konnten zum Ausbildungsbeginn in eine berufliche oder schulische Ausbildung starten. Die Dachauer Betriebe meldeten der Agentur für Arbeit im Berufsberatungsjahr 2019/2020 512 zu besetzende Ausbildungsstellen, 27 Stellen weniger als im Jahr zuvor. Zum Ausbildungsstart im September 2020 waren davon noch 98 Ausbildungsstellen unbesetzt, sechs Stellen weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 657 junge Frauen und Männer zur Ausbildungssuche bei der Berufsberatung an, 20 Jugendliche mehr als im Vorjahr. Davon waren zum Ausbildungsbeginn noch zehn junge Leute „unversorgt“.

Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sollten sich nicht entmutigen lassen

„Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sollten sich nicht entmutigen lassen. Viele Unternehmen stellen Azubis noch nach dem regulären Ausbildungsstart ein. Unsere Berufsberater informieren auch über Überbrückungsmöglichkeiten und unterstützen, wenn es während einer Ausbildung Schwierigkeiten gibt,“ erläutert Harald Brandmaier, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Frei-sing/Dachau. Zum Ausbildungsbeginn waren bei der Agentur für Arbeit Dachau noch offene Ausbildungsstellen in unterschiedlichen Bereichen gemeldet. Gesucht wurden angehende Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer, Handelsfachwirte, Fleischereifachverkäufer und Kaufleute für Büromanagement. Ulrich Dachs, Kreishandwerksmeister im Landkreis Dachau, würde sich über zusätzliche Auszubildende für seine Innungen freuen. Im Dachauer Handwerk wurden seit Jahresbeginn 225 Lehrverträge abgeschlossen. Zum Jahresende 2019 waren es 244 Lehrverträge. Etwas stärker rückläufig ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich der Industrie- und Handelskammer. Die Industrie- und Handelskammer begrüßte heuer 178 Auszubildende in ihren Betrieben im Landkreis Dachau, das sind 13,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Über die „Nachfrageseite“, die Jugendlichen, kann die Staatliche Berufsschule Dachau berichten: 1.417 junge Frauen und Männer werden dort seit Beginn des Schuljahres unterrichtet, 39 Schüler weniger als im Schuljahr zuvor. „Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent. Damit liegen wir deutlich unter dem Schnitt der bayerischen Berufsschulen von rund zehn Prozent“, erläutert Frank Ritzel, Leiter der Berufsschule Dachau. Ein vergleichsweise deutlicher Rückgang der Schülerzahlen ist bei den Büromanagement-Kaufleuten zu beobachten. Leichte Zuwächse verzeichnen dagegen die Anlagenmechaniker. 

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