Medizinische Versorgung

Drei neue Kinderarzt-Sitze im Landkreis Dachau 

+
Etwa 80 Besucher interessierten sich für die gesundheitliche Versorgung im Landkreis.

Dachau - Die Neubewertung der medizinischen Versorgung Deutschlands mit Kinder- und Jugendärzten bescherte, heruntergebrochen auf den Landkreis Dachau, diesem insgesamt drei neue Arztsitze.

Dies gab Sebastian Eckert von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayern auf einer Veranstaltung der Genossenschaft Gesundheitsregion plus Dachau am Dienstagabend im Sparkassensaal bekannt. Das begeisterte besonders auch die Politiker. Der CSU-Stimmkreisabgeordnete und Vorsitzende des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege Bernhard Seidenath bat nur inständig darum, diese nicht wieder in Dachau oder Karlsfeld anzusiedeln, wo die vorhanden acht Kinder- und Jugendarztpraxen sind. Doch wie Eckert klarstellte, gebe es eine Niederlassungsfreiheit für die Ärzte innerhalb des Landkreises, worauf die KV keinen Einfluss habe. Allerdings riet er der Politik in den Landkreisorten, entsprechende Anreize zu schaffen, um Ärzte in ihre Orte zu bekommen. 

Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) verband seine Freude mit der Hoffnung, dass dadurch erneut wieder ein kinderärztlicher Notdienst im Landkreis eingerichtet werden könne (siehe Bericht auf Seite 3), wie er auf privat organisierter Basis bis vergangenes Jahr existiert hatte. Die Veranstaltung der Gesundheitsregion plus ging ganz allgemein der Frage nach, wie es um die gesundheitliche Versorgung im Landkreis bestellt ist. „Der Landkreis Dachau ist relativ gut versorgt mit Ärzten“, sagte Sebastian Eckert. Es gelte, dies nach Möglichkeit zu erhalten. Doch mit Allgemeinmedizinern sei der Landkreis bereits zu 109,62 Prozent überversorgt. Lediglich ein halber Allgemeinarzt-Sitz ist schon seit drei Jahren in Petershausen unbesetzt. Sogar mit 318 Prozent überversorgt ist der Kreis mit Psychotherapeuten. Trotzdem müssen Patienten zwölf bis 16 Wochen auf einen Arzttermin warten. Das konnte Landrat Stefan Löwl (CSU) gar nicht verstehen. Darum fragte er, wer diese Werte verändern könne. Antwort Eckert: „Nur der gemeinsame Bundesausschuss.“ Der hatte dem Landkreis jetzt auch die drei neuen Kinderarzt-Sitze beschert. Noch schlimmer schaut es jedoch bei Kinder- und Jugendpsychiatern aus. 

Die Geschäftsführerin der Drogenberatungsstelle Drobs in Dachau, die SPD-Kreis- und Stadträtin Sylvia Neumeier, klagte, sie versuche seit 25 Jahren vergeblich wenigstens einen in den Landkreis zu holen. Gut aufgestellt ist dagegen der Landkreis über die altersmedizinische Abteilung der Helios Amper-Kliniken in Markt Indersdorf. Dadurch gibt es im Kreis genauso viele geriatrische Betten wie in der viel größeren Landeshauptstadt. Laut Klinik-Geschäftsführer Gerd Koslowski will Helios die Bettenkapazität in Markt Indersdorf für 20 Millionen Euro sogar noch verdoppeln. In Dachau wird demnächst eine neue Abteilung für Neurochirurgie eingerichtet, was das Amper-Klinikum weiter aufwerte, wie Seidenath sich freute.

srd

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Die Prinzenpaare und die Garden der Faschingsgesellschaft Dachau (FG) begeisterten beim Inthronisationsball ihr Publikum
Die Prinzenpaare und die Garden der Faschingsgesellschaft Dachau (FG) begeisterten beim Inthronisationsball ihr Publikum
Sebastian Leiß ist neuer Landratskandidat 
Sebastian Leiß ist neuer Landratskandidat 
Drei neue Kinderarzt-Sitze im Landkreis Dachau 
Drei neue Kinderarzt-Sitze im Landkreis Dachau 

Kommentare