Neujahrsempfang der CSU

Spekulationen beim CSU-Neujahrsempfang

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Manfred Weber (Mitte) erhielt als Gastgeschenk ein Bild des Haimhauser Malers Dr. Andreas Schröder (zweiter von rechts). Mit dabei waren Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier (links), MdL Bernhard Seidenath und Haimhausens CSU-Ortsvorsitzende Claudia Kops.

Haimhausen - Ehrengast und EU-Politiker Manfred Weber warnt nach Kölner Ereignissen vor Pauschal- verurteilungen - Bernhard Seidenath nahm Stellung zur Seehofer-Nachfolge.

Die Silvesternacht von Köln war ein wichtiges Thema im informellen Teil des traditionellen Neujahrsempfanges der Haimhauser CSU in der Bavarian International School. Als Redner ging nur der Ehrengast, der EU-Parlamentarier und Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei Manfred Weber ausführlich auf die Ereignisse ein.

Obergrenze war kein Thema

Weber vermied jeden scharfen Ton. Im Gegenteil: Er warnte vor „Pauschalverurteilungen“ von Flüchtlingen, jeder Fall müsse „individuell betrachtet“ werden. Er betonte jedoch: „Wer hier bleiben will, muss die Gesetze respektieren.“ Die von Horst Seehofer kürzlich ins Spiel gebrachte Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen erwähnte er mit keinem Wort - obwohl der Niederbayer stellvertretender CSU-Vorsitzender ist.

"Der Tee bei Cameron schmeckt nicht"

Stattdessen präsentierte sich Weber als glühender Europäer und warb für eine Vertiefung der politischen Union. Der 43-Jährige sprach eine halbe Stunde kenntnisreich über internationale Politik, punktete beim Publikum mit Humor und witzigen Anekdoten; so wusste Weber von seinem Besuch im Heim des britischen Premiers David Cameron mit einem Augenzwinkern zu berichten: „Der Tee bei ihm hat überhaupt nicht geschmeckt.“

Ehrengast fand viele Anhänger

Viele CSU-Funktionäre zeigten sich hinterher vom Auftritt des Europa-Politikers angetan: „Den könnte ich mir gut als CSU-Chef vorstellen“, sagte ein Gemeinderat. Bernhard Seidenath sah das ähnlich: Er hob hervor, dass Weber vor geraumer Zeit erfolgreich in die Fußstapfen von Erwin Huber getreten sei – vor sieben Jahren übernahm Weber den niederbayerischen CSU-Bezirksvorsitz von Huber. „Und ich wünsche mir, dass du in weitere treten wirst“, sagte Seidenath. Huber wurde damals Parteichef. Weber gilt als einer der Kronprinzen Seehofers – neben Finanzminister Söder und Wirtschaftsministerin Aigner. Bemerkenswert für manchen Zuhörer war, dass Seidenath schon zu diesem Zeitpunkt so klar Stellung bezog.

Weber zog Haimhausen vor

Ebenfalls bemerkenswert war, dass Weber in Haimhausen war. Denn zeitgleich bat der Ministerpräsident zum Neujahrsempfang in die Münchner Residenz. Vielleicht blieben deshalb einige Stühle im Auditorium leer. Wie die von Landrat Stefan Löwl, MdL Anton Kreitmair und Bezirkstagspräsident Josef Mederer, die alle in München weilten. Löwl wurde pikanterweise von Vize-Landrätin Marianne Klaffki (SPD) vertreten und nicht von einem seiner anderen Stellvertreter, beispielsweise dem CSU-Mann Helmut Zech oder Edgar Forster (Freie Wähler).

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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