Ein Biotop für Wasservögel im Landkreis Dachau

Neue Heimat für Wasservögel im Landkreis Dachau

Dr. Adelbert Grudno
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Ein Naturfreund, der ein Biotop für Wasservögel schaffen will: Dr. Adelbert Grudno sucht nach einer geeigneten Fläche

Umweltengagement ist nicht erst seit der Friday-for-Future-Bewegung populär, praktisches Engagement aber weiterhin eine Seltenheit. Deswegen will Adelbert Grudno, Entwicklungsingenieur, tätig werden und ein Biotop für Wasservögel auf die Beine stellen.

Der Gröbenzeller sucht derzeit nach einem geeigneten Areal. Mindestens ein Hektar sollte das Gelände umfassen, besser drei oder vier Hektar. Irgendwo im Großraum München.

Die Projektidee wurde im heimischen Garten geboren. Dort entstand im Laufe der Jahre eine Art Minibiotop. „Inzwischen leben dort sogar kleine Fische“, erzählt der Naturfreund, „keine Ahnung, wie die zu uns gefunden haben.“ Büsche und Bäume bieten Vögeln Platz zum Nisten, in einer Trockenbau-Mauer siedelte sich ein seltener schwarzer Salamander an.

Grudno wandte sich an den Bürgermeister seiner Heimatgemeinde, Klaus Schäfer. Der winkte jedoch schnell ab: In der 20.000-Einwohner-Kommune Gröbenzell sind freie Flächen rar. Schäfer stellte stattdessen den Kontakt zu Robert Rossa her, Geschäftsführer des Vereins Dachauer Moos (VDM), ein Zusammenschluss von acht Kommunen in drei Landkreisen mit Sitz in Bergkirchen.

Rossa war von Grudnos Idee sofort begeistert und versprach, sich umzuhören. Zudem empfahl er, die Presse einzuschalten. „Es gibt immer wieder Erben von landwirtschaftlichen Flächen, die brach liegen oder verpachtet sind. Oft fehlt den neuen Besitzern die Zeit oder die Perspektive, diese Flächen selbständig aufzuwerten“, berichtet Rossa. Schon mehrfach konnte der VDM auf diese Weise Areale erwerben oder pachten.

Grudno wartet nun auf Reaktionen, hat aber keine Eile: „Mich drängt nichts. Ich habe Geduld.“ Schließlich ist er ein Marathonläufer. Vor der Pandemie war auf den großen Rennen in Berlin, München und Köln zu sehen. Er errang in der Laufszene eine gewisse Prominenz, weil er die langen Distanzen in Lederhose und mit einem riesigen Alphorn auf der Schulter bewältigte.

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