Früher in Massen vorhanden, heute vom Aussterben bedroht.

Eine Meisterin der Tarnung

+
Die Gemeine Teichmuschel ist eine Meisterin der Tarnung.

Landkreis - Die Gemeine Teichmuschel diente früher als Schweinefutter.

Sehr heimlich und versteckt findet sich in ruhigeren Abschnitten der Amper und in manchen Alt- und Nebenarmen die Gemeine Teichmuschel. 

Mit bis zu 15 Zentimetern Länge kann sie durchaus zu stattlichen Dimensionen heranwachsen. Davon ist jedoch meist nicht viel zu sehen, denn zu einem Großteil gräbt sich die Muschel in weichen, sandigen oder schlammigen Boden ein. Die Gemeine Teichmuschel, oft auch Entenmuschel genannt, fand sich früher so massenhaft in unseren Gewässern, dass sie gesammelt und als billiges Schweinefutter verwendet wurde. 

Diese Zeiten sind schon lange vorbei, denn mittlerweile sind auch die Bestände dieser Art auf einen Bruchteil der damaligen Größe zusammengeschrumpft. Die Ursachen sind noch nicht vollends klar, man vermutet aber, dass diverse Stoffeinträge in unsere Gewässer eine Rolle spielen. Örtlich kann auch der Fraßdruck durch den Bisam, ein ursprünglich in Nordamerika beheimatetes Nagetier, zu hohen Verlusten führen. Wie alle unserer Großmuscheln filtert sie Schwebstoffe aus dem Wasser, um damit ihren Nahrungsbedarf zu decken. 

Da hierbei jedes Tier bis zu drei Liter Wasser pro Stunde reinigt, erfüllt die Entenmuschel eine wichtige Funktion im Ökosystem unserer Gewässer. Als doch eher immobile Art greift die Teichmuschel auf einen speziellen Trick zurück, um sich zu vermehren und verbreiten: zunächst geben die Männchen ihren Samen direkt ins Wasser ab, wo er von den Weibchen herausgefiltert wird. Im Inneren der Muschel wachsen die befruchteten Eier zu sogenannten Glochidien heran, die schließlich die schützende Schale der Mutter verlassen und sich fix an einen vorbei schwimmenden Fisch anheften. So reisen sie als blinder Passagier mit, bis sie nach einigen Wochen zu Boden fallen und bestenfalls eine neue Muschelpopulation begründen. 

Damit diese Strategie klappt, müssen natürlich genügend Fische vorhanden sein, zumal unter diesen auch nur spezielle Arten wie etwa Bachforelle oder Aitel geeignet sind. Außerdem braucht es durchgängige Gewässer, die in Ihrem Lauf auch unterschiedliche Strukturen und somit passende Biotope für die Muschel bieten. Diese Voraussetzungen sind meist nur noch bedingt gegeben. Deshalb gilt es, zum Schutz dieser Art unsere Bemühungen um den Erhalt der heimischen Gewässerlebensräume zu verstärken.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Autofahrer übersieht Vespa-Fahrerin in Dachau
Autofahrer übersieht Vespa-Fahrerin in Dachau
Kfz-Zulassungsbehörde Dachau erweitert ihr Serviceangebot
Kfz-Zulassungsbehörde Dachau erweitert ihr Serviceangebot
Honig von Dachauer Schlossbienen
Honig von Dachauer Schlossbienen
Die Hebammen-Koordinierungsstelle bietet im Landkreis Dachau offene Sprechstunden an
Die Hebammen-Koordinierungsstelle bietet im Landkreis Dachau offene Sprechstunden an

Kommentare