Einrichtung für ambulante Palliativversorgung

Die Teilnehmer der Gründungsversammlung der SAPV Genossenschaft wählten den Vorstand und die Aufsichtsratsmitglieder (Foto: Pilz)

Dach

au (psa) Mit der Gründung der SAPV-Genossenschaft wurde am vergangenen Montag der Baustein für eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung in Dachau gelegt. Nach zweijährigen Vorarbeiten lud Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath zur Gründungsversammlung ein. „Die Gründung der spezialisierten ambulanten palliativmedizinischen Versorgung in Form einer Genossenschaft ist der Schlussstein in der palliativmedizinischen Behandlungskette im Landkreis“ verkündete Seidenath in seiner Begrüßungsrede. „Dadurch ermöglichen wir ein menschenwürdiges Leben bis zum Schluss“, sagte der Landtagsabgeordnete weiter. Edgar Müller, Palliativmediziner im MVZ in Dachau freute sich über den „überwältigenden Zuspruch“. Viele Schwerstkranke Menschen möchten ihre letzten Lebensmomente zuhause im Kreise der Familie verbringen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung soll Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen erhalten, fördern und verbessern. In den vergangenen Jahren hat auch in Dachau die Hospizarbeit und Palliativversorgung stark an Bedeutung gewonnen. In der Ärzteschaft, in der Hospizbewegung, unter den Pflegediensten und bei den Krankenhäusern ist die Erkenntnis gewachsen, dass schwerkranke und sterbende Menschen einer umfassenden Versorgung und Begleitung bedürfen. Die Landesregierung hat diesen Prozess unter anderem durch ein Rahmenkonzept und der Förderung so genannter Palliativstützpunkte vorangetrieben. Seit 2007 haben gesetzlich Krankenversicherte mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung den Anspruch auf die so genannte spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung (SAPV). Diese spezielle Versorgung kann ergänzend zur Grundversorgung von jedem niedergelassenen Arzt, als auch vom Krankenhaus innerhalb von sieben Tagen verordnet werden. Edgar Müller, Palliativmediziner im MVZ in Dachau dankte dem Landtagsabgeordneten Seidenath und Wolfdieter von Trotha von der Gründungsberatung des Genossenschaftsverbands Bayern für deren Unterstützung. Neben Hospizdienst und stationär palliativmedizinischen Dienst ist die Versorgung im Landkreis mit der Einrichtung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung nun komplett. „Die Verzahnung muss gut sein“, appellierte Dr. med. Gunther Kachel, Chefarzt der Medizinischen Abteilung II und Leiter des palliativmedizinischen Dienstes an der Amper Klinik Dachau. Im Verlauf des Abends wurden die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Beiratsmitglieder gewählt. Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der neuen SAPV-Genossenschaft Dachau: Vorstand und Vorstandsvorsitzender: Dr. Edgar Müller (MVZ Dachau) Vorstand: Leonore Hiebsch (Franziskuswerk Schönbrunn) Der Aufsichtsrat, so hat die erste Generalversammlung beschlossen, besteht aus fünf Mitglieder: Axel Hannemann (Caritas), Dr. Bernhard Arnold (Schmerztherapeut am Klinikum Dachau), Dr. Rudolf Szymkowiak (Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Dachau), Dr. Dirk Hempel (niedergelassener Onkologe in Dachau) und Martin Bieg (Pflegedienstleiter am Klinikum Dachau).

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