Entwarnung für Dachau

Petra Düring vom Bayerischen Bauernverband (Geschäftsführerin im Kreisverband Dachau und Fürstenfeldbruck) und Kreisobmann Anton Kreitmair nehmen Stellung zum Dioxin-Skandal. (Foto: Henßel)

Dach

au (kah) Im Dioxin-Skandal gibt es vorerst Entwarnung für die Dachauer Verbraucher: Zum aktuellen Zeitpunkt ist in ganz Bayern kein einziger Landwirt vom Dioxin-Skandal betroffen. Keiner der Betriebe hat verseuchtes Futtermittel bezogen und musste vorsorglich gesperrt werden. Kreisobmann Anton Kreitmair vom Bayerischen Bauern Verband und seine Geschäftsführerin für Dachau und Fürstenfeldbruck, Petra Düring, nahmen am Dienstag zur Entwicklung des Dioxin-Skandals im Landkreis Dachau Stellung. Auslöser des Skandals ist die Beimengung von industriellen Fetten in Tierfuttermittel, die eigentlich nur zu technischen Zwecken verwendet werden dürfen. Dahinter stecke die enorme kriminelle Energie eines einzelnen Futtermittelherstellers, betont Kreitmair. Leidtragende seien die Verbraucher und die Bauern, die für Ihre Betriebe zumeist mit ihrem Privatvermögen haften. Gegen die Verursacher des Skandals werde derzeit wegen Körperverletzung ermittelt. „Eine Geldstrafe allein reicht hier nicht mehr aus“, so Kreitmair. Im Landkreis Dachau gibt es um die tausend landwirtschaftliche Betriebe, davon rund zehn größere Legehennenbetriebe, die alle auf die Futtermittelindustrie angewiesen sind. Den Betrieben ist es in der Regel nicht möglich, ihr Futtermittel selbst zu mischen. Grundsätzlich können sowohl große als auch kleine Betriebe vom Dioxin-Skandal betroffen sein - sogar Biobetriebe, denn auch diese beziehen ihr Futter, wenn auch in anderer Zusammensetzung, von externen Futtermittelherstellern. „Kriminelle Machenschaften kann man leider nie ausschließen“, sagt Kreitmair. Dennoch gibt der Kreisobmann zum derzeitigen Stand grünes Licht für bayerische Produkte, da bisher im Freistaat kein Betrieb mit verunreinigtem Futtermittel beliefert wurde.Wichtig, so Kreitmair, sei es jetzt, dass sich der Verbraucher beim Einkauf bewusst verhält und weitestgehend auf saisonale Produkte aus der Region setzt. „Die Tendenz geht leider in eine andere Richtung, doch vielleicht kommt nun durch den Skandal bei der Bevölkerung ein Umdenken in Gang“, hofft der Kreisobmann. Lobende Worte fand Kreitmair für Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, stuie habe sich in dieser Sache vorbildlich verhalten. Direkt nach Aufdeckung des Dioxin-Skandals hat Aigner bundesweit 4700 Betriebe vorsorglich sperren lassen, wovon über 4000 bereits wieder freigegeben wurden.

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