Eine echt bayrische Ureinwohnerin - die Erdkröte.

Die Erdkröte, eine echte Überlebenskünstlerin, braucht Schutz

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Vielleicht schon bald auf der Roten Liste: die Erdkröte muss geschützt werden, um nicht auszusterben.

Landkreis - Eine gefährdete Ureinwohnerin

Als Schönheit kann man die Erdkröte sicherlich nicht bezeichnen. Plump, braungrau und mit warziger Haut galt sie schon in vergangenen Jahrhunderten als suspekt. Teilweise brachte man sie auch mit dem Teufel und Hexerei in Verbindung. 

Die Gebietsbetreuung des Natura 2000-Gebietes Ampertal bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck (gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirk Oberbayern) stellt diesen Monat einen „echten Ureinwohner“ Bayerns vor. Denn es gibt viel Interessantes zu dieser Art zu berichten. So ist die Erdkröte mit über zehn Zentimetern Länge eine der größten Amphibien. Weit verbreitet ist sie noch dazu, was vor allem auf ihre große Flexibilität in Sachen Fortpflanzungsgewässer zurückzuführen ist. Größe, Tiefe, pH-Wert, all das spielt bei der Erdkröte nur eine untergeordnete Rolle. Auch die Koexistenz mit Fischen klappt gut. Während andere Amphibienarten bereits von einem einzelnen ausgesetzten Goldfisch im Tümpel ordentlich dezimiert werden können, sind die Kaulquappen der Erdkröte dank giftiger Absonderungen bestens geschützt. Das trifft auch auf die erwachsenen Tiere zu, die über ihre Haut ebenfalls ein toxisches Sekret abgeben können. Gegen jegliche Bedrohung ist aber selbst ein amphibischer Alleskönner wie die Erdkröte nicht gefeit. Vor allem während ihrer oftmals langen Laichwanderungen im Frühjahr droht auf den Straßen der stark zerschnittenen Landschaft der Tod. Deshalb werden an besonders bewanderten Strecken Amphibienzäune aufgestellt, an denen sich Kröten und andere Arten, wie der Grasfrosch, sammeln. Anschließend tragen ehrenamtlichen Helfer die Tiere über dieHindernisse. Auch Fortpflanzungsgewässer sind rar. Im Natura Ampertal sind viele Tümpel und Teiche im Zuge der mensch-gemachten Veränderungen in der Aue, mittlerweile dauerhaft trockengefallen. Ein bisschen Wildnis wie Auwälder oder einen unordentlich aufgeräumten Garten als Lebensraum mit ausreichend Nahrung an Insekten und Weichtiere braucht es ebenfalls, um die Erdkröte glücklich zu machen. Zwar findet sie sich noch nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten wider, aber viele ihrer anspruchsvolleren Verwandten. Damit ihr nicht auch ein Listenplatz zuteil wird, braucht es anhaltenden Schutz und eine bessere Vernetzung der Lebensräume.

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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