Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren

Erste Mahd als Todesfalle für Kitze

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Die Kitze drücken sich bei Gefahr instinktiv weiter in ihr Versteck, anstatt zu flüchten.

Landkreis - Der Jagdschutz- und Jägerverein Dachau sucht Helfer, um die Tiere zu schützen

Die im Mai beginnende Futterernte fällt mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen, Junghasen und Wiesenbrütern zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. 

Ihre Überlebensstrategie, still zu halten und sich an den Boden drücken schützt Kitze und Junghasen vor Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Kreiselmähwerk. Allein rund 100.000 Rehkitze werden laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft jährlich bei der ersten Grünlandmahd verstümmelt oder getötet.

Das Problem: Die Jungtiere laufen auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern drücken sich instinktiv in ihr Versteck. Bei den heute eingesetzten Maschinen ist selbst bei Flucht die Chance sehr gering zu entkommen. „Am wichtigsten“, erklärt Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau (JJVD), „ist die gute Abstimmung zwischen dem Landwirt und seinem Jäger. Wir müssen so früh wie möglich wissen, wann gemäht wird. Bei dem bestehenden Organisationsaufwand ist es am besten einige Tage vor der Mahd informiert zu werden, denn nur dann können wir rechtzeitig aktiv werden.“ 

Besonders gefährdet seien Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders gern in die Wiese. Dort sind sie besser vor ihren Feinden geschützt und Geiß und Kitz finden einen besonders üppig gedeckten Tisch. Das frische eiweißreiche Gras fördert die Milchbildung beim Muttertier und liefert erste saftige Nahrung für die Kitze. 

Um Jungtiere zu retten, sind in den nächsten Wochen Hunderte von Jägern mit Hunden unterwegs und suchen die Wiesen und Futterfelder nach Kitzen und Junghasen ab. 

Hier die Bitte von Wittmann: „Wenn sie sich aktiv in den Naturschutz einbringen wollen, dies wäre eine sehr gute Gelegenheit. Bitte melden sie sich beizeiten bei einem Landwirt oder einem Jäger, die dann gerne weitere Auskünfte erteilen.“ 

Neben dem Absuchen versucht der Jäger mit weiteren Möglichkeiten das Leben der Jungtiere zu retten. Zum einen stellt er sogenannte „Wildscheuchen“ auf, um den Tieren den Aufenthalt in der Wiese zu verleiden. Zum anderen werden mittlerweile auch elektronische Wildverkrämungsmittel eingesetzt, die einen besseren Erfolg versprechen. Immer öfter übernimmt heute eine Drohne die Suche nach dem versteckten Nachwuchs. Das ist die sicherste Art, die Kitze zu finden, denn die Drohnen arbeiten mit einer Wärmebildkamera. In nur wenigen Minuten wird die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht und anhand der gelieferten Koordinaten kann der Jäger die Jungtiere in der Wiese in aller Regel schnell finden und bergen. Leider ist der Einsatz von Drohnen noch nicht flächendeckend. Eine verhältnismäßig einfache und trotzdem sehr wirksame Maßnahme zum Schutz der Tiere ist die richtige Mähstrategie. Beim Grünlandschnitt – so verlangt es das neue Artenschutzgesetz – ist die Wiese von innen nach außen zu mähen. Die Tiere müssen dann nicht über gemähte Flächen flüchten, sondern können in der noch weiter bestehenden Deckung nach außen fliehen. 

Abschließend eine Bitte von Wittmann, an die Landwirte, sich eng mit ihren Jägern vor Ort abzustimmen. „Wenn Landwirte und Jäger partnerschaftlich zusammenarbeiten ist ein Hinweis auf die rechtliche Gegebenheit nicht erforderlich und es besteht die größte Möglichkeit Jungwild vor Schaden zu retten.“

red

Quelle: Dachauer Rundschau

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