Dachau/ Bürgerversammlung Dachau-Süd

Im Parkhaus Männer oben, Frauen unten

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Die erste Bürgerversammlung in Dachau-Süd war mit 50 Teilnehmern nur spärlich besucht.

Dachau - Anwohner diskutierten in der Bürgerversammlung Süd über Verkehrsprobleme.

Anders als gewohnt, blieben im ASV Theatersaal viele Stühle unbesetzt. Nur 50 Bürger haben den Weg zur ersten Bürgerversammlung in diesem Jahr gefunden. Dementsprechend wenige Wortmeldungen gab es. Die nächste Überraschung: Vom „vernachlässigten“ Stadtwald und von zugeparkten Straßen - was die Dachau-Südler sonst stark bewegt - war nicht die Rede. Sogar Lob gab es. Oberbürgermeister Florian Hartmann erläuterte zu Beginn der Versammlung die Ausgaben der Stadt Dachau und stellte neue Projekte vor. Dachau hatte zum Jahresbeginn 2018 exakt 47.384 Einwohner, das sind 337 mehr als im Vorjahr. Damit ist die Stadt wie 2016 um 0,7 Prozent gewachsen. Anders als befürchtet, musste die Stadt keine Kredite aufnehmen. Die Schulden liegen aktuell bei 400.000 Euro, das sind weniger als zehn Euro pro Einwohner. Große Investitionen waren das Feuerwehrhaus Pellheim, die Kinderkrippe am Wäldchen in Dachau-Ost und die Neugestaltung des Pausenhofs an der Grundschule Süd.  Die Stadt investierte außerdem in den Ausbau der Rennplatzsiedlung und baute das Fahrradparkhaus am Bahnhof. Ein Stellplatz habe 2000 Euro gekostet, zum Vergleich nannte Hartmann die Sanierung der Altstadtparkgarage, bei der ein Stellplatz 23.000 Euro kostete. Zudem wurde mit dem Bau des neuen Hallenbades und mit der Sanierung der Mittelschule Dachau-Süd begonnen. Besonders stolz zeigte sich der OB vom neuen Maibaum und bedankte sich bei allen Helfern. Bis Ende des Jahres sollen alle Ampeln mit Bluetooth ausgestattet sein, so dass sie auf Grün schalten, wenn sich ein Bus nähert. Zudem soll die Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgerüstet werden. In Dachau-Süd in der Josef-Effner-Straße beginnt im Frühjahr der Bau für acht Mietwohnungen. Weil die Freiwillige Feuerwehr Dachau die gesetzliche Hilfsfrist nicht immer einhalten kann, muss die Stadt aufgrund ihrer Größe neue Berufsfeuerwehrler einstellen. Der Ersatz für die Georg-Scherer-Halle, Sanierung oder Neubau einer Kunsteisbahn, Aussiedlung des TSV 1865 – werden jedoch dazu führen, dass die Stadt auf längere Sicht Kredite aufnehmen müsse. Wortmeldungen zum Thema ICE-Schallschutzwände nahm er vorweg: „Wir haken bei der Bahn immer wieder nach, wann es weitergeht. Nun kam die Auskunft, dass im Bereich Dachau-Süd die Wände bis Ostern eingebaut werden, die Mitbürger Etzenhausen müssen bis Anfang Juni warten“. Hartmann appellierte an die Bürger sich als Schulweghelfer zu engagieren sowie ihren Leerstand, sofern sie einen besitzen, zu vermieten. Nach dem Bericht von Hartman über das vergangene Jahr sowie über aktuelle Pläne, machte Lothar Fischer den Anfang. Er ärgerte sich, dass der Fußweg entlang der Eduard-Ziegler-Straße von einer Absperrung unterbrochen werde. Der Grund sei ein eingebrochenes Gitter. „Ich verstehe nicht, warum das fünf Monate dauert, um es zu reparieren“, sagte er. Hartmann versprach nachzuhaken. Peter Blume fand es gut, dass alle Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut würden, bemängelte aber, dass diese nach dem Umbau aber zu weit in die Straßen hineinragten. Als Beispiel nannte er die Haltestelle in der Schillerstraße. Zwar gebe es ein rot-weißes Hinweisschild, aber das sei einen halben Meter zu weit innen angebracht. Wenn ein Fahrer nicht 100 prozentig aufpasse, fahre er voll in die Bushaltestelle, warnte Blume. Hartmann erklärte, dass die Stadt auf Haltebuchten verzichte, weil Busse dadurch schwer wieder in den Verkehr hineinfänden. Dass bei behindertengerechten Haltestellen Ecken entstünden, gab er zu. Polizeichef Thomas Rauscher versprach, sich das Hinweisschild näher anzusehen. Fahrradfahrer Sigfried Eichinger lobte das Fahrradparkhaus, doch die Stellplätze in der oberen Etage hielt er für Frauen ungeeignet. Hier appellierte er an das Stadtoberhaupt: „Es wäre schön, wenn Männer oben und Frauen unten parken könnten.“ Eichinger prangertel außerdem an, dass Autos vor den Fahrradständern auf dem Parkplatz unterhalb des Karlsberges stünden. Zudem seien die Ständer sehr verbogen. Am Ende gab es Lob von Siegfried Eichinger. Er gratulierte der Stadt für die öffentliche Toilette am Unteren Markt. Ein weiterer Bürger bedankte sich für die neue Buslinie Richtung Himmelreich.

mik

Quelle: Dachauer Rundschau

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