Erweiterung des Rathauses

Die Dachauer Stadträte halten, trotz Corona-Sparmaßnahmen, an einer Erweiterung des Rathauses fest

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Die Dachauer Stadträte halten, trotz Corona-Sparmaßnahmen, an einer Erweiterung des Rathauses fest.

Dachau - Das Dachauer Rathaus ist zu klein. Deshalb erwarb die Stadt vor zwei Jahren den benachbarten Zieglerbräu. Geplant ist: Nach dem Umbau des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert, soll die Gastronomie im vorderen Teil bleiben, während aus dem der Rest Büroräume der städtischen Verwaltung werden.

Oberbürgermeister Florian Hartmann, Bauamtsleiter Moritz Reinhold und Stadtkämmerer Thomas Ernst rollten angesichts Corona-bedingter Sparpläne, das Thema Rathauserweiterung im letzten Haupt- und Finanzausschuss vor den Ferien erneut auf. „Einige Projekte der Stadt, die bisher noch nicht angelaufen sind oder ohne weitere Komplikationen gestoppt werden können, sollten eingefroren werden“, legte Hartmann den Stadträten nahe. CSU-Sprecher Florian Schiller gab ihm Recht: „So ein Projekt, sollten wir nicht angehen, solange wir nicht wissen, wie es mit dem Haushalt der Stadt weiter geht.“ Schließlich wisse jeder, wie schwierig und teuer der Umbau des Gebäudes wird. Stattdessen fordere die CSU eine Ausweitung der Heimarbeit. Schiller warb dafür, dass diese jetzt unbedingt nicht zurück gestellt, sondern ausgeweitet werden solle. Durch die Arbeit im Home-Office spare sich die Stadt Platz im Rathaus und infolgedessen, das Geld für die Rathauserweiterung. „Arbeitsplätze könnten dann auch geteilt werden. Sogenannte „shared spaces“ sind modern und praktisch“, baute Schiller seine Idee aus. CSU-Stadtrat Tobias Stephan ergänzte: „Bei der Stadt München, waren voll besetzte Dienststellen für acht, neun Wochen ausgestorben. 

Die Zusammenarbeit erwies sich aber trotzdem als möglich.“ So habe in der öffentlichen Verwaltung ein „Kulturwandel in Hochgeschwindigkeit“ stattgefunden. Das Potenzial des Home-Office sei, laut Stephan, ungeahnt groß. Der Oberbürgermeister gab dennoch zu Bedenken: „Wir müssen schon dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze Zuhause den Vorgaben entsprechen.“ Hauptamtsleiter Josef Hermann erinnerte darüber hinaus daran, dass es im Rathaus „die Besonderheit des Parteiverkehrs“ gebe. Das erschwere, zumindest für betroffene Stellen, die Installation dauerhafter Home- Office-Arbeitsplätze. „So oder so können wir wahrscheinlich nicht auf die Erweiterung des Rathauses verzichten“, erklärte Hartmann. Michael Eisenmann vom Bündnis für Dachau sah es ähnlich: Durch Home-Office schaffe man „Raum in der Zukunft, aber keine Einsparung heute“. Anke Drexler (SPD) stellte abschließend klar: „Home-Office ist ohnehin nicht kostenneutral. Schließlich muss die Stadt die Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen.“ 

Am Ende einigten sich die Stadträte, an der Rathauserweiterung im Zieglerbräu festzuhalten. Bevor nicht die Voruntersuchungen abgeschlossen seien, sei jede Kostenschätzung laut Kämmerer Ernst ohnehin nur „Fantasie“.

ste

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