„Nachttanzdemo“

Dachauer tanzen für „bunt“

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Unter dem Motto „Dachau solidarisch – Stadt und Landkreis für alle“ lud das Bündnis „Dachau solidarisch“, am vergangenen Freitag zu einer „Nachttanzdemo“ ein.

Dachau - Unter dem Motto „Dachau solidarisch – Stadt und Landkreis für alle“ lud das Bündnis „Dachau solidarisch“, am vergangenen Freitag zu einer „Nachttanzdemo“ ein.

Sie startete am Unteren Marktplatz und zog mit laut Polizeischätzung bis zu 250 Teilnehmern, darunter auch OB Florian Hartmann und etliche Stadträte über den Bahnhofsplatz, Martin-Huber-Straße und Mittermayerstraße bis zum Rathausplatz. Kernforderungen an die Lokalpolitik gab es auf einem Flyer und in ersten Redebeiträgen auf dem Unteren Markt: Moderatorin Theresa Wirthmüller betonte, mit dieser Demonstration solle gezeigt werden, was in den nächsten Jahren entschieden werden solle. Auf dem Foto: Einer der prominentesten Teilnehmer an der Nachttanzdemo war sicher Oberbürgermeister Florian Hartmann mit seiner Frau Julia. 

Vor dem Start des Demonstrationszuges unterstrich der Vorsitzende des Runden Tischs gegen Rassismus Peter Heller, niemals habe eine faschistische oder nationalsozialistische Partei „Politik für alle“ gemacht. „Wer Ungleichwertigkeit von Menschen zur Ideologie erhebt, lehnt die Grundlage der Demokratie ab, dass alle Menschen gleichwertig sind.“ Als eine der Ursachen der Armut, auch in einem reichen Landkreis wie Dachau, machte die Kreisgeschäftsführerin der Caritas Dachau Heidi Schaitl den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Stadt und Landkreis Dachau aus. Über 4000 Sozialwohnungen würden gebraucht, bei einem Bestand von gerade einmal 1927. Erforderlich sei außerdem eine landkreisweite Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit sowie wirksame Maßnahmen, um den leerstehenden Wohnraum im Landkreis zu nutzen. Matthias Gramlich von der Unabhängigen Betriebsgruppe Amperkliniken kritisierte, dass der Helios-Konzern als mehrheitlicher Betreiber der Kliniken im Landkreis im Bestreben der Profitmaximierung die Kosten über möglichst wenig Pflegepersonal geringhalten wolle. Schuld an der Misere sei die Lokalpolitik, die in der Vergangenheit „Profit mit kranken Menschen“ habe machen wollen. „Doch Profite pflegen keine Menschen.“ Deshalb forderte Gramlich eine Rekommunalisierung der Amperkliniken. Nahe dem Bahnhof spielte das Feministische Café eine Rede über die neue Definition der Familie und die Position der Frau vom Band ein. 

Beim Norma berichtete ein ehemaliger Asylbewerber von seinen Erfahrungen in Turnhalle und Containern. Fridays for Future behandelte auf dem Rathausplatz das Thema Öffentlicher Personennahverkehr und Klimaneutralität. Kathi Leistner stellte den Freiraum Dachau vor und betonte den Wunsch nach mehr selbstverwalteten Räumen in Dachau. Demonstranten tanzten während des Zuges und vor allem auf dem Rathausplatz.

srd 

Quelle: Dachauer Rundschau

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