Infoveranstaltung für Mitterndorf

Schule ja, Containerdorf nein

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Auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Griechischen Schule in Mitterndorf sind Container für bis zu 100 Asylbewerber geplant. Container auf der Wiese der Griechischen Schule im Mitterndorf seien nicht menschenwürdig.

Dachau - Zu wenig Transparenz bei der Unterbringung von Asylbewerbern - darüber hatten sich Mitterndorfer Bürger bei der Stadt Dachau beschwert und gründeten eine Bürgerinitiative. Ein Termin mit Oberbürgermeister Florian Hartmann den Anwohnern und den Vertretern der Bürgerinitiative sollte für mehr Klarheit sorgen.

Container als Unterkünfte für Asylbewerber seien keine Lösung – darin waren sich die meisten Mitterndorf-Einwohner einig. Rund 80 Bürger erschienen auf Einladung des Oberbürgermeisters im Rathaus, um mehr Klarheit über die Zukunft des Geländes der ehemaligen Griechischen Schule in Mitterndorf zu erhalten.

Aktuelle Daten vom Landratsamt

Gleich zu Beginn verkündete der Oberbürgermeister Florian Hartmann die aktuellen Daten, die er von der zuständigen Behörde, nämlich vom Landratsamt, erhalten hatte: Die Grünfläche der Schule sei für die Unterbringung von rund 75 bis 100 Asylbewerber geplant. Die Nutzungsdauer liege voraussichtlich bei vier bis sechs Jahren. In diesem Jahr würde diese Fläche - vorausgesetzt die Flüchtlingszahl steige nicht übermäßig - noch nicht aktiviert werden.

Viele Fragen der Mitterndorfer

Doch mit diesen Informationen wollten sich die Anwohner nicht zufrieden geben. Sie haben die Befürchtung, die Anzahl der Asylbewerber in dem rund 200 Haushalten umfassenden Mitterndorf könnte noch höher ausfallen. Ob es mehr Familien mit Kindern oder eher alleinstehende Männer seien. Wie würde die Integration stattfinden? Würden die Kinderbetreuungsplätze in Kitas ausreichen?

Diese Fragen interessierten auch die Befürworter der Flüchtlingsunterkünfte, von denen einige, auch Nicht-Anwohner unter den Versammelten waren. Die Meldung von Anna Röpke mit dem Stichwort „Willkommenskultur“ rief Applaus hervor.

Argumente der Bürgerinitiative

Vertreter der Mitterndorfer Bürgerinitiative bezeichneten indessen Mitterndorf als ungeeigneten Platz für Asylanten: Hier seien sie zu weit draußen, ohne Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindung. Ludwig Forster wollte ein besseres stadteigenes Grundstück kennen. Denn die Wiese von der Griechischen Schule sei für hundert Flüchtlinge zu klein. Martin Viebahn erläuterte, dass die Zahl der Asylsuchenden im Vergleich zu den heimischen Bewohnern zu groß sei. Außerdem sei die Fläche zur Bebauung mit Bürgerbeteiligung geplant.

Schulgebäude wegen Brandschutz abgelehnt

Die Flächen in der Rudolf-Diesel-Straße und auf dem ehemaligen MD-Parkplatz, die Ziegler-Villa und sogar die Ludwig-Thoma-Schule wurden vorgeschlagen. Stadtrat und Mitterndorfer August Hass klärte auf: „Ich schlug im Bauausschuss die Griechische Schule vor. Doch die beiden Schulen – in Mitterndorf und die Ziegler-Villa wurden wegen Brandschutz abgelehnt. Wir können die Leute nicht in die Gebäude einweisen, die nicht sicher sind.“ Den Bürgern wäre die Unterbringung der Asylanten im bestehenden, umgebauten Gebäude lieber, als in einem Containerdorf auf der Wiese. „Zu hoch ist da Konfliktpotenzial“, bemerkte Initiator der Bürgerinitiative Gerhard Rieger. Zudem seien die Container „nicht menschenwürdig“ plädieren einige der Versammelten.

Viele offene Fragen und ein neuer Termin

Mitterndorfer Anwohner kritisierten am Ende der Veranstaltung, dass bei dem Gespräch einige Fragen nur unzureichend beantwortet wurden. OB Florian Hartmann nahm alle Anregungen zur Kenntnis und versprach einen weiteren Termin, diesmal mit dem Landrat Stefan Löwl zu organisieren. Schließlich sei der Landkreis für die Planungen zuständig.

yug

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