Frage des Standorts

Dach

au (psa) In der Bauausschusssitzung am gestrigen Dienstag wurde an erster Stelle der Tagesordnung das Thema Windkraft behandelt. Die allgemeine Diskussion in der Bevölkerung über erneuerbare Energien, speziell die Nutzung von Windkraft, hat auch für Diskussion im Bauausschuss geführt. Windkraft ist in Deutschland die erneuerbare Energieform mit den größten Zuwachsraten. Mit Windkraftanlagen lässt sich die Bewegungsenergie des Windes nutzbar machen. Die Energie kann der anströmenden Luft durch Turbinen mit Flächen unterschiedlicher Anzahl, Form, Größe und Kombination entzogen werden. Aber es gibt nicht nur Befürworter solcher Anlagen. Gegenargumente zu den Windparks: ihre Größe (Höhe bis zu 150 Meter), Lärm, Schattenwurf, nächtliche Beleuchtung und Beeinträchtigung der Tierwelt. Zur Standorteignung der Windkraftanlagen im Gebiet der Stadt Dachau und den Gemeinden des Landkreises hat das Landratsamt Dachau ein fachliches Gutachten mit entsprechender Kartierung erstellen lassen. Dieses Gutachten zeigt die Erfolg versprechenden Standorte im Stadtgebiet auf. Um einen möglichen Einstieg der Aufstellung von Windkraftanlagen zu ermöglichen, wurde von den CSU- und Freie Wähler-Fraktionen und der FDP der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans gestellt. Als Grundlage für den Antrag dient das Gutachten des Büros Irene Burkhardt Landschaftsarchitekten aus München. Ziel war es, im Landkreis Gebiete festzulegen, in denen öffentliche Belange oder rechtliche Festsetzungen einer Nutzung der Windenergie nicht entgegenstehen. Irene Burkhardt und Oliver Englmayer stellten das Ergebnis vor und verwiesen auf fünf mögliche Standorte für die Aufstellung der Anlagen. Untersucht wurde die Landkreisfläche. Unter Berücksichtigung aller Ausschlussgebiete wie Bundesautobahnen und Bahntrassen umfasst die mögliche Fläche für Windkraftwerke zirka 38 Hektar. Dies entspricht rund einem Prozent der Gesamtfläche. „Eine Fläche für zehn bis 15 Windkrafträder“, erklärte Burkhardt. Die Konzentration liege im nördlichen Stadtgebiet, hauptsächlich um Pellheim herum, erläuterte sie weiter. Oberbürgermeister Bürgel machte deutlich, dies sei der richtige Weg für einen Einstieg, in Abstimmung mit den Gemeinden. „16 von 17 Gemeinden haben sich für eine gemeinsame Planung hinsichtlich der Standortwahl entschieden“, sprach sich auch Michael Simon, Leiter des Stadtbauamtes, für eine Zusammenarbeit aus. Fazit: Das Thema Windkraft wird in der nächsten Bauausschusssitzung eingehender und mit Informationen aus anderen Gemeinden besprochen.

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