Solarpark in Petershausen geplant

Solarstrom für 6500 Haushalte

Links Weiler Lindach, rechts Ziegelberg Petershausen
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Die Anlage zwischen den Petershausener Ortsteilen Ziegelberg und Lindach könnte schon Ende 2022 in Betrieb gehen.

Die Anlage zwischen den Petershausener Ortsteilen Ziegelberg und Lindach könnte schon Ende 2022 in Betrieb gehen. „Mit diesem Solarenergiepark wird Petershausen zum Stromexporteur“, freute sich Petershausens Bürgermeister Marcel Fath (FW) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der CSU-Gemeinderat Gerhard Weber meinte sogar: „Das muss ja nicht die einzige Anlage dieser Art auf unserem Gemeindegebiet bleiben.“ Das Gremium hatte zuvor den Plänen der nordfriesischen GP Joule Gruppe seinen Segen erteilt, die auf einem rund 21 Hektar großen Areal zwischen den Ortsteilen Ziegelberg und Lindach eine riesige Freiflächenphotovoltaikanlage erbauen will.

Binnen der kommenden zwölf Monate hofft die Firma, das Bauleitplanverfahren über die Bühne zu bringen. Die eigentliche Bauzeit beträgt nur sechs Monate, wie ein Repräsentant des mittelständischen Konzerns erklärte, der via Internet zugeschaltet war.

Mit der Anlage können rund 23 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. Genug um rund 6500 Haushalte zu versorgen. Doch voraussichtlich werden weder die Petershausener Bevölkerung und Betriebe noch irgendein anderer Abnehmer aus dem Dachauer Land in den Genuss des Sonnenstroms kommen – die Firma plant stattdessen, die gesamte Menge an einen einzigen Großabnehmer zu veräußern: die Stadtwerke München. „Die Stadtwerke sind sehr daran interessiert, grünen Strom aus der unmittelbaren Umgebung zu beziehen“, erzählte der GP Joule-Manager, „Petershausen liegt genau in dem Fünfzig-Kilometer-Radius.“

Der Fotovoltaikpark soll an der Südseite eines Hügels errichtet werden, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden Ortsteilen. Doch deren Einwohner sollen wenig von der Anlage wenig zu sehen bekommen, denn sie soll ringsum mit einer drei Meter hohen und bis zu sechs Meter dicken Hecke umgeben sein. Dafür werden rund vier Hektar des Gesamtareals benötigt, sie werden der Ausgleichsfläche zugerechnet. Die PV-Paneele sind rund drei Meter hoch, ragen aber wegen der Neigung nicht über den Heckenrand heraus. Sie werden 80 Zentimeter über den Boden angebracht – hoch genug, damit grasende Schafe unfallfrei unter den teuren Silizium-Dünnschichtscheiben umherschweifen können.

Der Besitzer der Flächen ist ein örtlicher Landwirt, wie Fath berichtete. Die Stromerzeuger wollen mit ihm einen „20 Jahre bis 30 Jahre“ währenden Pachtvertrag abschließen. Sofern es danach nicht zu einer Verlängerung der Vereinbarung kommt, muss GP Joule die Anlage hinterher wieder abbauen. Zur Absicherung hinterlegt sie dazu eine Art Kaution.

Für Petershausens Gemeindesäckel besonders erfreulich: Die Kommune erhält einhundert Prozent der Gewerbesteuern, die bei Gewinnen des Anlagenbetriebs fällig werden. In der Regel teilt sich die Standortkommune die Steuereinnahmen mit der Kommune, in der die Betreiber ihren Firmensitz haben. Im GP Joule-Fall ist das eine 324 Einwohner-Gemeinde an der Nordsee, die wohl schon von den Konzerngewinnen gut leben kann, wie der Manager andeutete. Eine Bürgerbeteiligung an der Anlage wird wohl möglich sein.

Details teilten die Firmenvertreter noch nicht mit. GP Joule will in der Nachbargemeinde Weichs zudem einen 27 Hektar großer Energiepark bauen, auf dem Sonnenstrom erzeugt und in Wasserstoff verwandelt werden soll.

Rubriklistenbild: © Kramer

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